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Stunde der Wintervögel 2018

Bei der Wintervogelzählung 2018 landet die Kohlmeise als häufigster beobachteter Vogel auf Rang eins. Die Bestände der Amsel zeigen nach Jahren der Erholung einen Einbruch. Der Grünfink lässt aufgrund seiner Parasitenerkrankung weiterhin Federn.

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Kohlmeise im Winter. Hannah Assil

BirdLife Österreich zieht Bilanz: Endergebnis der Stunde der Wintervögel 2018

Die Kohlmeise flog wie in allen Jahren zuvor, außer dem vergangenen, am häufigsten in die heimischen Gärten. In neun von zehn Gärten wurden durchschnittlich 5,5 Individuen gesichtet. „Die Kohlmeise ist Österreichs häufigster Gartenvogel im Winter“, weiß Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. „Sie ist extrem anpassungsfähig und fühlt sich sowohl im Wald, als auch in Gärten, Parks und sogar im innerstädtischen Bereich wohl.“

Haus- und Feldsperling kürten sich zu den zweit- und dritthäufigsten Vogelarten in Österreichs Gärten bei der diesjährigen Wintervogelzählung. Jeweils knapp unter 30.000 Exemplare (Haussperling: 29.222, Feldsperling: 28.086) wurden von den Beobachtern gemeldet. Damit ist die Bestandsentwicklung der beiden Sperlingsarten auf demselben Niveau wie in den Jahren zuvor.

Amsel im Sinkflug

Der Winterbestand der Amsel nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich, um 20 Prozent, ab. „Dieser Einbruch könnte einerseits durch einen neuerlichen Ausbruch des Usutu-Virus, der bereits zu Beginn der 2000er Jahre zu einem Amselsterben führte, zu erklären sein“, so Wichmann. Pathologische Untersuchen der Veterinärmedizinischen Universität Wien deuteten im Vorfeld der Wintervogelzählung darauf hin. „Er könnte andererseits auch im schlechten Bruterfolg des vergangenen Jahres, ausgelöst durch große Trockenheit im Frühsommer, seine Ursache haben.“ Fest steht: Wurde die Amsel 2017 durchschnittlich noch in neun von zehn Gärten (89,2 Prozent) angetroffen, sank der Wert heuer auf nicht ganz acht von zehn Gärten (77,8 Prozent), wobei auch jeweils weniger Vögel anwesend waren (2018: durchschnittlich 3,4 Amseln versus 4,3 im Jahr 2017).

Grünfink im Sturzflug

Ernste Probleme hat der Grünfink!“, berichtet Ornithologe Wichmann: „Er hat seit 2013 mit der Parasitenerkrankung Trichomoniasis zu kämpfen, die für die betroffenen Vögel tödlich endet. Das zeigt auch unsere Datenauswertung: In Summe wurden heuer weniger als die Hälfte an Grünfinken in den heimischen Gärten beobachtet als noch 2011 (2011: 3,7 Vögel pro Garten zu 2018: 1,6).

Die Ergebnisse nach Bundesland und Region unterschieden sind online zu finden

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