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Solidarität ist eine Stärke

Internationale Gedanken zur nationalen Situation. Gastkommentar von Hartwig Kirner, FAIRTRADE Österreich.

Mann steht vor Kaffeestrauch.
Hartwig Kirner ist Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich. Foto: FAIRTRADE

In Krisenzeiten wie diesen zeigt sich, was wirklich wichtig ist. Ein Gesundheitssystem, das stark genug ist, alle erkrankten Menschen ausreichend zu versorgen und eine Lebensmittelbranche, die den täglichen Bedarf deckt.

Der Anfang dieser Pandemie hat uns veranschaulicht – wenn Geschäfte schließen und der Notstand ausgerufen wird, sind es keine TV-Geräte und Smartphones die gekauft werden, sondern Reis und Nudeln, Obst und Gemüse. Und so eine Krise macht auch auf radikale Art sichtbar – wenn die Welt erkrankt, ist niemand eine Insel (noch nicht einmal Inselstaaten).

Hierzulande werden nun Supermarkt-Mitarbeiter als Heldinnen und Helden gefeiert. Das ist in jedem Fall verdient, aber die Frage stellt sich: Wird dieser Respekt für Menschen, die unsere sogenannte kritische Infrastruktur erhalten, von Dauer sein? Denken wir an alle Menschen weltweit, die weiterhin in diesen unsicheren Zeiten in der Landwirtschaft hart arbeiten, damit niemand hierzulande hungern muss? Dann muss es uns auch ein Anliegen sein, dass Ungerechtigkeiten in den weltweiten Lieferketten minimiert werden.

Und daraus resultieren weitere Fragen. Werden wir künftig sehen, wie wichtig es ist, unsere Nahrungsmittelversorgung gut und nachhaltig sicher zu stellen und das weltweit? Oder aber wird nach der Gesundheitskrise vor der Wirtschaftskrise sein, in der dann wieder das Recht des Stärkeren gilt, Solidarität als Schwäche betrachtet wird und im Namen des Wachstums der Umweltschutz und die Menschenrechte vielerorts mit Füßen getreten werden?

Das haben wir selber in der Hand. Die Antwort auf globale Probleme kann nur mit globalem Denken und Handeln gegeben werden. Corona zeigt uns eines: Wenn ein Land in unserer globalisierten Welt ein Problem hat, wird es ganz schnell zu einer Bedrohung für unser gesamtes globales Dorf. Und das sollte die Erkenntnis sein, die von dieser schwierigen Zeit bleibt. Nur so kann es uns gelingen, geeint in die Zukunft zu gehen.

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