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Renovieren: Feuchte Mauern

Feuchte Mauern sind die Nagelprobe bei der ökologischen Sanierung eines Althauses. Bevor eine Wärmedämmung aufgebracht wird, müssen die Mauern trocken sein. "Eingesperrte" Feuchtigkeit bringt jede Menge Probleme mit sich.

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Irgendwo muss das Wasser hin: ältere Häuser haben immer wieder Probleme mit Feuchtigkeit. J Stock/Fotolia

Häuser, die nach 1900 gebaut wurden, sind meist trocken, wenn nicht ein grober Baumangel vorherrscht. Natürlich gibt es immer wieder lecke Wasser- und Abwasserrohre, die aufgrund von Materialermüdung einen Wasserschaden verursachen. "Ältere Häuser jedoch haben immer wieder Probleme mit Feuchtigkeit", berichtet Umweltberater Ignaz Röster. "Denn vor 1900 gab es noch keine Horizontalisolierungen. Die unterirdischen Fundamente wurden mit Steinen und Mörtel errichtet. Über der Bodenkante wurde mit Ziegeln weitergebaut. Das war an sich sinnvoll, weil die Steine im Gegensatz zum Ziegel keine Feuchtigkeit transportieren. Über die Mörtelfugen konnten allerdings geringen Feuchtigkeitsmengen aufsteigen und sich immer weiter nach oben ausbreiten."

Mit dieser Feuchtigkeit haben die Häuser viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gut gelebt. Sie ist einfach im Sockelbereich nach außen verdunstet. Die im Wasser mittransportierten Salze haben sich im Putz abgelagert und diesen im Winter aufgesprengt. Damit wurde der Sockel unansehnlich und mußte erneuert werden. Das war auf die Dauer lästig, es mussten "bessere" Putze her. Harte Zementputze haben dann zwar ewig gehalten, das Problem wurde dabei nur weiter nach oben verlagert. Röster: "Die Feuchtigkeit muss irgendwie aus der Mauer raus, das ist dann halt oft in die Räume nach innen geschehen. An den feuchten Wänden hat sich der Schimmel angesetzt. Wer solche Mauern dämmen will, muss vorher die Feuchtigkeit in den Griff bekommen."

Voraussetzung für eine Sanierung ist die exakte Befundung: Steigt ganz normale Bodenfeuchte von unten im Mauerwerk auf oder drückt das Wasser von einem Hang gegen die Fundamentmauer? Auf jeden Fall müssen einmal die Oberflächenwässer weg vom Haus. Röster: "Es darf nicht sein, dass sich die Mauer bei jedem Regen ansäuft, nur weil das Wasser über einen gepflasterten Weg oder eine kaputte Dachrinne direkt zum Haus geleitet wird. Ich erlebe auch immer wieder Situationen, wo das Dachwasser zwar über eine Regenrinne abgeleitet, unten aber nicht weggeleitet wird. Das ganze Dachwasser bewässert damit direkt das Mauerwerk."

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