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Pflanzenschutz im Naturgarten

Ähnlich wie man die Erkrankung eines Menschen nicht isoliert betrachtet sondern sein gesamtes Umfeld, so sehen Naturgärtner ihren Garten als ganzes System und nicht einzelne Pflanzen oder Tiere. Demnach wird im Naturgarten biologischer Pflanzenschutz konsequent von Anfang an betrieben.

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Ein Marienkäfer vertilgt im Laufe seiner Entwicklung bis zu 3.100 Schildläuse Bernhard Haidler

Analog zur Humanmedizin macht auch im Naturgarten das Bekämpfen einzelner Symptome keinen Sinn. Bekämpfungsmaßnahmen mit chemischen Mitteln greifen einfach zu kurz. Vielen Problemen kann leicht vorgebeugt werden, indem man Kulturpflanzen auf den passenden Standort setzt, resistente oder schädlingstolerante Sorten verwendet, heimische Pflanzen bevorzugt und für einen gesunden, lebendigen Boden sorgt.

Mischkultur statt Monokultur

Jede Art von Monokultur begünstigt das Auftreten von "Schädlingen" und Krankheiten. Raupen oder Läuse finden hier rasch zu ihrer bevorzugten Futterpflanze. Außerdem entnehmen die Pflanzen einer Art dem Boden einseitig Nährsalze, laugen ihn aus, und geben über die Wurzeln Stoffe ab, welche sich wiederum einseitig im Boden anreichern. Über Jahre hinweg verschlechtern sich die Wachstumsbedingungen, der Schädlingsbefall nimmt zu. Manche Pflanzenarten fördern sich hingegen durch ihre Wurzelausscheidungen gegenseitig im Wachstum. Sie entnehmen dem Boden Nährstoffe in unterschiedlicher Intensität, der Bodenmüdigkeit wird vorgebeugt, die Schädlingsanfälligkeit minimiert.

Lassen Sie "Nützlinge" für sich arbeiten

Nützlinge helfen unerwünschte Insekten im Garten zu regulieren.  Schwebfliegen fressen bis zu 700 Läuse innerhalb von 8 Tagen. Blaumeisen fliegen bis zu 1000 mal pro Tag ins Nest um Jungvögel mit Insekten zu füttern. Sind die Insekten mit Pestiziden kontaminiert, wirkt sich das gravierend auf die jungen Vögel aus. Wer natürliche Gegenspieler fördern möchte, muss auf Pestizide verzichten, denn diese vernichten Marienkäfer genau so wie Blattläuse.

Gelassenere Sichtweise

Übertriebenes Ordnungsdenken ist in einem Naturgarten nicht angebracht. Nicht jede Pflanzenkrankheit oder jeder Schädling rechtfertigt das unmittelbare Eingreifen in den Naturhaushalt. Anstatt etwa Unkraut- und Moosvernichter zu verwenden kann man sich auch am blühenden Klee oder Gänseblümchen im Blumenrasen und der damit verbundenen Artenvielfalt und erfreuen.

Lesen Sie mehr in der lebensART April/Mai 2008

 

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Minigarten im Topf

Wer keinen Garten hat aber in der glücklichen Lage ist, ein paar Quadratmeter Balkon sein Eigen zu nennen, muss seine Gärtnerleidenschaft nicht ins Reich der Träume verbannen. Der Genussmensch komponiert eine Topfbepflanzung für alle Sinne. Tomaten und klein bleibende Gemüse, wie Radieschen, Erbsen oder Paprika gedeihen gut im Topf und bereichern den Speiseplan mit frischen Vitaminen. Erdbeeren brauchen wenig Wurzelraum und können aus einer Blumenampel ranken. Viele Kräuter und Gemüsearten können Sie gemeinsam mit Sommerblumen kombinieren. Mit Borretsch, Schnittlauch, Basilikum, Paradeisern, aufgelockert durch Lobelien, Husarenknopf und Gänseblümchen und orangerotem Habichtskraut entstehen so attraktive und zugleich nutzbare Balkongärten.

Die meisten Balkonpflanzen lieben einen sonnigen Standort, wie Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin, Gemüse und Obst und trockenheitsverträgliche Gewürzkräuter. Schnittlauch, Petersilie und Dill wachsen auch auf halbschattigem Plätzen.  

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