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Paradeiser: Das hilft gegen Braunfäule

Paradeiser gehören zu den beliebtesten Fruchtgemüsen in unseren Hausgärten. Erst Mitte Mai nach den Eisheiligen darf dieses frostempfindliche, unter Glas vorgezogene Gemüse ins Freie gesetzt werden. Leider verdirbt die Krautfäule vielen Gärtnern den Spaß an der Paradeiseraufzucht.

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CMEW, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23863507

Woher kommt die Tomatenkrankheit?

Die Ursache dieser Erkrankung ist der Algenpilz Phytophthora infestans. Feuchte Witterung bietet dem Pilz optimale Infektionsmöglichkeiten. Erste graugrüne Flecken zeigen sich an den unteren Blättern. Grauweiße Sporenbehälter befinden sich auf der Blattunterseite, das Gewebe verbräunt und stirbt ab. An den Stängeln machen sich braune, eingesunkene Flecken bemerkbar. Junge Früchte werden braunfleckig und hart, und sind, wenn sie hängenbleiben, ihrerseits wieder eine Infektionsquelle.

Viele vorbeugende Maßnahmen zielen darauf ab, das Laub der Pflanzen nach Regen möglichst schnell wieder abtrocknen zu lassen. Die Sporen brauchen mindestens 5 Stunden, um zu keimen.

  • Sonnigen, luftigen Standort wählen. Ideal südseitig vor der Hauswand unter dem Dachvorsprung.
  • Pflanzen nicht zu eng setzen.
  • Durch frühzeitiges Ausgeizen vermeidet man dichte Bestände.
  • Beim Gießen Spritzwasser vermeiden! Laub nicht benetzen.
  • Ende Juni unterste Blätter entfernen (Spritzwassergefahr!).
  • Großen Abstand zu Kartoffelpflanzen halten.
  • Vorbeugend Schachtelhalmbrühe alle 2 Wochen spritzen.
  • Nach der Ernte alle Rückstände vernichten.

Dauerstadien des Pilzes überdauern viele Jahre im Boden oder an Stützpfählen, weshalb leicht zu reinigende Stützstäbe aus Metall jenen aus Holz vorzuziehen sind. Bei Befall ist eine Fruchtfolge von mindestens 5 Jahren einzuhalten.

Am elegantesten umgeht man das Problem, indem man robuste Sorten anbaut.

Nach meinen eigenen Erfahrungen ist die Sorte „De Berao“ sehr widerstandsfähig gegen Krautfäule und trägt Früchte bis zum ersten Frost. In der Literatur werden auch die Sorten „Tigarella“ sowie die Wildtomaten „Rote Murmel“ bzw. „Golden Current“ empfohlen.

Rezept Ackerschachtelhalmbrühe

½ kg frisches oder 75g getrocknetes Ackerschachtelhalmkraut zerkleinern
1 Tag lang in 5l Wasser einweichen
30 Minuten lang köcheln lassen, abseihen
1:5 mit Wasser verdünnt alle 2 Wochen spritzen

Autor: Bernhard Haidler
Mag. Bernhard Haidler ist Berater bei Natur im Garten. Weitere Informationen zum naturnahen Gärtnern erhalten Sie unter www.naturimgarten.at oder am NÖ Gartentelefon 02742-74333.


Bezugsquellen von Bio-Saatgut und –pflanzen: www.reinsaat.at, www.arche-noah.at, www.dreschflegel-saatgut.de

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