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Zweifel an ehrgeizigen Klimazielen

65 Prozent der Österreicher*innen zweifeln, ob die ehrgeizingen Klimaschutzziele der Regierung umsetzbar sind, 72 Prozent machen auf fehlende Förderung grüner Technologie im Heizungskeller aufmerksam.

Balkengrafik zu Umsetzbarkeit der Klimazielem kostenpflichtigem CO2-Verbrauch und fahrlässiges Heizen.
Quelle: Bevölkerungsrepräsentative Umfrage in Österreich, N=1000, Februar 2020, Grafik: Stiebel Eltron

Für den Energie-Trendmonitor 2020 wurden bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Österreicher*innen von einem Marktforschungsinstitut im Auftrag von Stiebel Eltron befragt: 65 Prozent der Verbraucher*innen in Österreich haben Zweifel, ob die ambitionierten Klimaziele für das Land umsetzbar sind. Knapp 60 Prozent sehen insbesondere die Wärmeerzeugung kritisch und bewerten das traditionelle Heizen der privaten Haushalte mit fossilen Brennstoffen als fahrlässig für das Klima.

Die Internationale Energieagentur (IEA) teilt die Sorge: Österreich laufe Gefahr, seine Klimaziele zu verfehlen.
Bis 2030 strebt die Regierung den Einsatz von 100 Prozent Ökostrom und bis 2040 die Klimaneutralität an. "Um die Klimaziele zu erreichen, muss Österreich beim Heizen zügig aus den fossilen Brennstoffen aussteigen", sagt Thomas Mader, Geschäftsführer des Haus- und Systemtechnikherstellers Stiebel Eltron Österreich. Jüngst warnte die Internationale Energieagentur (IEA), Österreich laufe Gefahr, seine Klimaziele für 2020 und 2030 zu verfehlen, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden. Eine große Baustelle sieht die Organisation im privaten Heizungskeller. Hintergrund: Die
schädlichen CO2-Emissionen des Landes steigen seit sechs Jahren an, statt zu fallen.

CO2-Verursacher*innen sollen zahlen

Noch immer nutzen rund 40 Prozent der Haushalte in Österreich die fossilen Energieträger Öl und Gas. "Die Energiepreise sollten die tatsächlichen Kosten für das Klima widerspiegeln", sagt Mader. Laut Energie-Trendmonitor sind 59 Prozent der Verbraucher*innen damit einverstanden, dass die Verursacher*innen von CO2 zur Kasse gebeten werden. "Mit den richtigen Anreizen würden viel mehr Haushalte in Österreich im Heizungskeller auf grüne Energie umstellen. Klimafreundliche Heiztechnologien für Raumwärme - wie beispielsweise die Wärmepumpe - sind bereits seit Jahren ausgereift und verfügbar."

Stärkere Förderung grüner Haustechnik gewünscht - Wissenslücken bei Heizungstechnik

72 Prozent der Österreicher*innen sagen, die finanzielle Förderung grüner Technologie im Heizungskeller reiche ihnen nicht aus. Insbesondere für Bestandsbauten wünscht sich gut jede*r Zweite mehr staatliche Förderung für die Sanierung, um die Klimapolitik rasch erfolgreich zu machen. Bei der Umstellung auf grüne Haustechnik fehlt es aber auch an Wissen: Rund jedem*jeder Zweiten ist beispielsweise nicht bekannt, dass die umweltfreundliche Wärmepumpen-Technik in jedem Haus - auch nicht perfekt gedämmten Bestandsbauten - genutzt werden kann. Die Wärmepumpe nutzt grüne Energie aus dem Grundwasser, dem Erdreich oder der Umgebungsluft und wandelt diese wie ein 'umgekehrter Kühlschrank' in Raumwärme um. Zum Antrieb ist dabei Strom notwendig, der beispielsweise mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugt werden kann - auch dies ist knapp jedem*jeder zweiten Verbaucher*in bisher noch unbekannt.

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