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Klimakonferenz für junge Erwachsene

Das Forum für nachhaltige Visionen in Aktion (Forum ViA) stellt unter dem Namen „World Climate Project“ mit jungen Erwachsenen die UN Klimakonferenz nach.

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SchülerInnen bei Klimaverhandlungen. Foto: Forum VIA

Wie schwer es ist, dem ursprünglichen angestrebten Zwei-Grad-Ziel nahe zu kommen, haben junge Menschen am eigenen Leib erlebt: Eine Simulation führte ihnen die Tragweite der historischen Konferenzergebnisse vor Augen. „Wir haben uns mit dem World Climate Project das Ziel gesetzt, auf die Bedeutung der soeben abgeschlossenen Klimakonferenz in Paris aufmerksam zu machen. Gerade weil die Verhandlungen in Paris ein überraschend ambitioniertes Ergebnis gefunden haben, soll das Klimaspiel auch im Nachhinein weiter Einsatz in der Lehre finden um die Ergebnisse der Klimakonferenz aufzuarbeiten.“, sagt Valentina Aversano-Dearborn, Mitgründerin und Co-Direktorin von Forum ViA.

Stark vereinfachte Form der UN-Klimakonferenz mit ähnlichem Outcome
Das Weltklima Rollenspiel wurde unter dem Namen “World Climate“ erstmals in den USA durchgeführt. Bei dem computergestützten Rollenspiel erleben 25 bis maximal 80 SchülerInnen und StudentInnen, wie ein globales Abkommen getroffen wird, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. In einer stark vereinfachten Form der UN-Vollversammlung nehmen die TeilnehmerInnen die Rollen von Delegierten aus Indien, China, den USA, der EU, Brasilien, den Inselnationen und weiteren Regionen des globalen Südens und Nordens ein. Ziel ist es, ein Abkommen zu verhandeln, welches die schlimmsten Konsequenzen des Klimawandels auf Mensch und Natur verhindert. Die ausverhandelten Klima-Zusagen jeder Region werden in die Software C-ROADS eingespeist, welche zeitgleich errechnet ob die Verhandlungsergebnisse den vorgegebenen Zielen nahekommen.

Internationale Kräfteverhältnisse am eigenen Leib erfahren Forum ViA setzt einen weiteren Schwerpunkt darauf, dass die TeilnehmerInnen erleben, wie schwierig es ist, auf internationaler Ebene zu Verhandlungsergebnissen zu kommen. Daher wird versucht, die zwischen den verhandelnden Parteien herrschenden Kräfteverhältnisse mit zu simulieren. „Es gab schon Situationen, in denen TeilnehmerInnen als „Klimaflüchtlinge“ aus Bangladesch auf die Tische der indischen VertreterInnen geklettert sind, um dem steigenden Meeresspiegel zu entkommen.”, so Aversano-Dearborn.

Spiel und Realität werfen Fragen auf

Nur eine von zehn Gruppen hat bisher geschafft, was am Samstag in Paris verbindlich wurde: Ein Verhandlungsergebnis zu erzielen, das den globalen Temperaturanstieg unter 2°C zu vorindustriellen Zeiten hält.

„Nach all den gescheiterten Klimasimulationen von idealistischen jungen Menschen, die bei der Simulation keine Wählerstimmen zu verlieren hatten, frage ich mich nur, wie hoffnungsvoll wir sein dürfen, dass wir ohne verbindliche Länderzugeständnisse, das in Paris getroffene Abkommen in ambitionierte Politiken übersetzt sehen werden.“, so Valentina Aversano-Dearborn. Im Spiel werden deshalb auch Anstöße gegeben, die die Frage nach nachhaltigen individuellen, politischen und wirtschaftlichen Ansätzen auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft aufwerfen.

Forum ViA (Forum für Nachhaltige Visionen in Aktion) versteht sich als Inkubator für junge Visionen und als Plattform für zukunftsfähige Lebens- Wirtschafts- und Arbeitsformen weltweit. In der interaktiven Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen die Herausforderungen unserer Zeit (Wirtschaftskrise, Biodiversitätskrise, Umweltschutz, Klimawandel usw.) nicht nur thematisiert, sondern auch ein konstruktiver und proaktiver Umgang damit gefördert werden.

World Climate“ wurde von Drew Jones (Climate Interactive) und John Sterman (MIT Sloan School of Management) entwickelt. Das „Klima-Spiel“ kam bereits weltweit bei WirtschaftsführerInnen, Studierenden und politischen EntscheidungsträgerInnen zur Anwendung.

forum-via.org

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