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Hirnforschung: So halten Neujahrsvorsätze!

Der Jahreswechsel ist 14 Tage her - wie steht es um unsere Neujahrsvorsätze? Neurobiologe Dr. Marcus Täuber gibt Tipps, die bei der Umsetzung helfen.

Zwei Zettel auf dunklem Untergrund. Auf einem steht New Year Resolutions, auf dem anderen sind drei Aufzählungspunkte. Daneben liegt ein Füller.
Foto: Tim Mossholder, Unsplash

Zum neuen Jahr setzen wir uns gerne Ziele. Ganz oben auf der Wunschliste: Mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren, mehr Sport betreiben - und endlich abnehmen. Warum aber gelingt es nur sehr selten, an diesen Vorsätzen langfristig dran zu bleuben? Die Antwort liegt in unserem Gehirn versteckt. Autor, Hirnforscher und Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien Dr. Marcus Täuber gibt fünf Tipps, wie wir hirngerecht Gewohnheiten ändern.

Erster Tipp: Druck vermeiden!
„Das Gehirn tickt anders, als wir glauben. Unser Wille kann sehr schnell nach hinten losgehen“, so Täuber. Wer sich unter Druck setzt, begünstigt den Rückfall. So zeigt eine Studie aus den USA: Frauen, die trotz Diät naschen und dabei Schuldgefühle entwickeln, eher zu weiteren Rückschlägen neigen als Frauen, die sich das Naschen verzeihen können.1
 
Zweiter Tipp: Mental kontrastieren!
Studien der deutschen Psychologin Gabriele Oettingen belegen, dass pures positives Denken in die Falle führt.2 Besser: Mental kontrastieren. Konkret bedeutet das, sich nicht nur das Ziel wie eine Wunschfigur vorstellen, sondern die Widerstände auf den Weg dorthin. Und im Kopf eine Lösung basteln, wie wir mit diesen Hindernissen umgehen.
 
Dritte Tipp: Wenn-dann-Verknüpfungen!
Gewohnheiten werden durch Reize ausgelöst. So greifen beispielsweise viele Menschen zum Glimmstängel, wenn sie gestresst sind. Sogenannte Wenn-dann-Verknüpfungen helfen, das Gehirn neu zu programmieren. So können wir uns vorstellen, dass wenn wir gestresst sind, wir Atemübungen machen. Diese neue Konditionierung ersetzt mit der Zeit das alte Muster.3
 
Vierter Tipp: Schritt für Schritt!
Was passiert, wenn wir unsportlich gleich mit einem Dauerlauf von fünf Kilometern starten? Wir empfinden es als zu anstrengend, kriegen Seitenstechen und verlieren rasch die Lust. Besser: Es mit dem neuen Verhalten nicht übertreiben. Langsam starten, langsam steigern. So schleichen sich neue Gewohnheiten Schritt für Schritt ins Gehirn.3
 
Fünfter Tipp: Rhythmus ist Macht!
Wer regelmäßig Sport betreiben möchte, sollte auf die Macht der Rhythmik setzen. Also besser Montag, Mittwoch und Freitag um 18 Uhr laufen gehen, statt zu unterschiedlichen Zeiten. Gewohnheiten sind gespeicherte Rituale.3

Dr. Täuber - kurze Haare, schwarzes Sakko und weißes Hemd - hält vor dunklem Hintergrund eine Hirnnachbildung in Händen. Er schaut direkt in die Kamera.
Neurobiologe Dr. Marcus Täuber, Foto: feelimage/Matern

Über den Autor
Dr. Marcus Täuber ist promovierter Neurobiologe, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Universität Wien sowie der Donau Universität Krems. Der Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien zeigt, wie wir mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung für Gesundheit, Leben und Wirtschaft profitieren. Sein Motto: Brainchanging is gamechanging.

Quellen

[1] Oettingen Gabriele & Wadden Thomas A, 1991, Expectation, Fantasy, and Weight Loss: Is the Impact of Positive Thinking Always Positive? Cognitive Therapy and Research, 15: 167–175.

[2] Oettingen, G. (2012). Future thought and behaviour change. European Review of Social Psychology, 23, 1–63.

[3] Täuber, Marcus; Obermaier, Pamela. Alles reine Kopfsache! 5 Phänomene aus der Hirnforschung, mit denen Sie alles schaffen, was Sie wollen. Wien/Berlin: Goldegg Verlag 2018.

Zum Buch "Gedanken als Medizin"

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