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Handgefertigte Teppiche sind "in"

Eine Umfrage von Label STEP zeigt, dass vor allem junge Menschen auf edle Teppiche fliegen. Dabei landen hoch­wertige Teppiche nicht nur auf dem Boden, sie können auch mal eine Wand schmücken.

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Teppich von Simpuro Labelstep

Internationale Designer spüren den Aufwärtstrend ebenso wie der österreichische Teppichhandel. Eine große Rolle scheint dabei der Wunsch nach einem gemütlichen Wohnumfeld und nach beständigen Werten zu spielen, der handgefertigte, edle Teppiche so attraktiv macht. Durch die steigende Sensibilisierung für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit werden der faire Handel und ökologische Verträglichkeit zu immer wichtigeren Faktoren im Wohn- und Einkaufsverhalten der ÖsterreicherInnen. Dies schlägt sich aktuell in drei Kerntrends bei handgefertigten Teppichen nieder, die sich wechselwirkend beeinflussen: Natur, Klassik und Vintage.

Junge fliegen auf Teppiche
Die TeppichkäuferInnen werden immer jünger. Im Unterschied zu früher zählt heute bereits die Altersgruppe der 35-40 Jährigen zu einer wichtigen Käuferschicht. Label STEP-Partner Human Khodai von Simpuro sieht einen Grund dafür darin, dass sich die Kaufkraft u.a. durch zwei Verdiener in einem Haushalt verbessert hat und schönes Wohnen dadurch einfach leistbar geworden ist.
„Wohlbefinden hat zudem eine höhere Wertigkeit bekommen als früher. Die Leute wollen in sich selbst investieren und nachhaltig und schön wohnen.“ Damit hat sich auch die Perspektive auf den Teppich verschoben: „Der Teppich hat sich vom Luxusartikel zum modischen Einrichtungsgegenstand gewandelt“, bestätigt Omar Besim (Adil Besim, Wien).

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Teppich: Rohani Rohani

Teppiche dürfen etwas kosten, wenn die Qualität stimmt
Dies zeigt sich auch darin, dass der Preis bei der Teppichwahl nicht an erster Stelle steht. Der Label STEP-Umfrage zufolge, die im März an der Wohnen & Interieur in Wien durchgeführt wurde, sind die wichtigsten Kriterien für die Kaufentscheidung Design/Farbe, Material (Qualität, Natürlichkeit) und „keine Kinderarbeit“, gefolgt von „Produkt aus Fairem Handel“. Mit etwas Abstand kommt der Preis erst an fünfter Stelle. Für nachvollziehbar gute Qualitäten und ansprechende Designs sowohl im klassischen als auch modernen Bereich sind die Leute wieder bereit, Geld in die Hand zu nehmen.

Subtile Geschichtenerzähler
Besonderen Reiz üben jene Teppiche aus, die Geschichten erzählen und ganz subtil erkennen lassen, was hinter der Verbindung textiler Materialien, Farben und Knoten steckt. Nämlich Herkunft, Kultur und die Idee ihres Designers.

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Teppich: Rohani Rohani

Fair bringt mehr
Das erhöhte Qualitätsbewusstsein und Interesse am Teppich eröffnet dem Teppichhandel nicht nur einen grösseren Spielraum im Absatzmarkt. Es reduziert auch den Preisdruck in der Produktion, den zumeist das unterste Glied der Wertschöpfungskette am negativsten zu spüren bekommt. Aus der Sicht des fairen Handels ist das gesteigerte Qualitätsbewusstsein eine positive Entwicklung, da die Erzeugung hochwertiger Teppiche auch für die Arbeitskräfte in den Herkunftsländern die Arbeitsbedingungen verbessert und höhere Einkommen ermöglicht.
Wie die Umfrage vom März bestätigt, entsprechen die Label STEP-Partner mit ihrem nachweislichen sozial- und ökologisch verantwortlichen Handelsverhalten den Ansprüchen aller Konsumentengruppen, insbesondere aber jenen der neuen, jüngeren Zielgruppe.

Nur Natur
Das Bedürfnis nach Natürlichkeit, dem Unverfälschten und „Echten“ zieht sich durch alle Lebensbereiche unserer Zeit und spiegelt sich erwartungsgemäß auch beim Wohnen wider. Ganz puristisch bringen dies Teppiche aus unbehandelten und ungefärbten Naturfasern wie Schurwolle, (Natur-)Seide, Kaschmir, Hanf, Nesseln, Banana-Silk oder Jute zum Ausdruck. Naturbelassen und optisch zurückhaltend schaffen sie Behaglichkeit und fügen sich zeitlos-neutral in jeden Einrichtungsstil. Die alternativen Materialien sind darüber hinaus allergikerfreundlich.

Auch in der Farbgebung sind Naturtöne voll im Trend – das Spektrum reicht von helleren Erdtönen, (z.B. bei den nach wie vor beliebten Ziegler-Teppichen) über Schlamm, bis hin zu Grau und Anthrazit. Besonders spannende Effekte lassen sich durch die Kombination verschiedener Naturfasern erzielen, einzelne Akzente werden in Wolle und Seide gesetzt.

Die Renaissance der Klassik
Gerade in modernen, sehr klaren Wohnumgebungen mit großen Glas- und Betonoberflächen drängt sich ein kräftiger, textiler Kontrapunkt geradezu auf. Klassische Teppiche setzen dabei kreative und individuelle Akzente. Auch im klassischen Bereich wird größter Wert auf hochwertigste Grundmaterialien wie
handversponnene Schurwolle, Pflanzenfarben und manuelle Verarbeitungsmethoden gelegt.

LABEL STEP – FAIRER HANDEL MIT HANDGEFERTIGTEN TEPPICHEN
Das Fair Trade-Label STEP zeichnet Teppichhändler aus, die sich zu sozialem Engagement gegenüber Teppicharbeiterinnen und -arbeitern verpflichten:

  • für gute Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Herstellungsmethoden
  • für faire Einkaufspreise und gerechte Löhne
  • gegen missbräuchliche Kinderarbeit
  • für unabhängige Kontrollen der Produktion

Diese Vorgaben des fairen Handels gelten nicht nur für einzelne handgefertigte Teppiche eines Label STEP-Lizenznehmers, sondern für sein gesamtes Sortiment an handgefertigten Teppichen. Die Lizenznehmer sind verpflichtet, Label STEP ihre gesamten Einkäufe und Lieferketten offenzulegen, Kontrollen zuzulassen und wenn nötig Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Mehr Informationen: www.label-step.org

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