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Gütesiegel für Biolebensmittel

Alle Bioprodukte, die innerhalb der Europäischen Union hergestellt werden, müssen mit dem EU Bio-Logo ausgezeichnet werden. Zusätzlich können länderspezifischen Biosiegel und Bio-Handelsmarken angegeben sein.

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Maierapaso/Istockphoto / Liga graphic Design

EU-Bio-Logo

Nur die wenigsten Gütezeichen haben eine verbindliche Rechtsbasis. Das EU-Biosiegel - welches sich auf die EU-Verordnung 834/2007 stützt - und das österreichische AMA-Biosiegel zählen dazu.

Das grüne EU-Bio-Logo ist auf allen Bio-Produkten in der EU abgebildet. Ebenso der Name des Erzeugers, die Kontrollstelle und die Herkunft. In der Zutatenliste müssen die biologischen Zutaten als solche gekennzeichnet werden. Die Grundlage für das EU-Bio-Logo bildet die EU-Bioverordnung. Diese schreibt vor:

  • Verzicht auf Gentechnik und chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel
  • höchstzulässige Anzahl von Tieren pro Hektar und artgerechte Haltungsformen
  • biologische Futtermittel sowie Verbot von Antibiotika zu anderen als medizinischen Zwecken
  • in verarbeiteten Lebensmitteln sind nur 49 Zusatzstoffe erlaubt (statt der 316 in konventionellen Produkten)
  • Mindestens einmal jährlich wird die Einhaltung der Kriterien durch akkreditierte Bio-Kontrollstellen geprüft.

AMA-Biosiegel

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Das AMA-Biosiegel wird zusätzlich zum EU-Biosiegel verwendet. Siegelträger ist die Republik Österreich, vertreten durch die Agrarmarkt Austria Marketing. Es gibt zwei Ausführungen: Rot-weiß – mit Ursprungsangabe steht für die österreichische Herkunft der landwirtschaftlichen Bio-Rohstoffe. Schwarz-weiß für Bio-Rohstoffe ohne Einschänkung der Herkunft.

Die Standards der AMA-Biosiegel-Richtlinie sind höher als die der EU-Bioverordnung:

  • Unverarbeitete Produkte – wie Fleisch, Milch, Eier oder Obst und Gemüse – müssen zu hundert Prozent bio sein (die EU-Bioverordnung schreibt 95 % vor.)
  • Es sind rund ein Viertel weniger Zusatzstoffe als nach EU-Verordnung erlaubt.
  • Es darf kein chlorhaltiges Verpackungsmaterial verwendet werden.

Bio-Betriebe werden mindestens einmal jährlich durch akkreditierte Bio-Kontrollstellen auf die Einhaltung der EU-Bioverordnung geprüft.

Bio-Verbandszeichen

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Das BIO AUSTRIA Logo ist das Zeichen des Verbandes der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern.  Diese wirtschaften nach eigenen Verbandsrichtlinien, die strenger sind als von der EU-Bio-Verordnung vorgegeben, beispielsweise sind die Vorschriften in der Tierhaltung strenger, ebenso gelten niedrigere Obergrenzen für Düngemittel und den Einsatz von Kupfer. Auch die Futtermittelimporte sind strenger geregelt.

Demeter ist ebenfalls ein Verbandszeichen und geht mit der biodynamischen Wirtschaftsweise weit über die EU-Bio-Verordnung hinaus. Pluspunkte sind etwa die obligatorische Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe (oder zumindest eine Kooperation mit Austausch von Futter und Mist), hunder Prozent Bio-Futter, davon mindestens 50 Prozent vom eigenen Hof oder einer Betriebskooperation. Besonders zu erwähnen ist auch der Verzicht auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe.

Zudem werden Biologisch-Dynamische Präparate aus Kräutern, Mineralien und  Kuhmist eingesetzt. In der Verarbeitung sind nur wenige absolut notwendige Zusatzstoffe und Prozesshilfstoffe erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten. Ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen.

Biomarken der Supermärkte

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Supermärkte verwenden häufig Bio-Handelsmarken, mit denen sie ihre eigenen Bio-Produkte kennzeichnen. Für alle gelten als Grundlage die EU-Bioverordnung und die Biorichtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuchs (Codex). Darüber hinaus steht es den Marken frei, strengere Kriterien anzulegen, was sie teilweise auch machen. Greenpeace hat in seinem Gütesiegel-Check 2018 die jeweiligen Bio-Eigenmarken der einzelnen Supermärkte als durchgehend vertrauenswürdig beurteilt.

Zu den häufigsten Bio-Handelsmarken zählen Ja! Natürlich, Spar Natur pur, Zurück zum Ursprung.

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