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Vogelsterben am Futterhäuschen

Seit einigen Jahren erkranken Grünfinken an einer Vogelkrankheit, die hauptsächlich über Futterstellen und Vogeltränken übertragen wird. Wer kranke oder tote Vögel beobachtet: nicht mehr füttern, um eine weitere Ansteckung zu verhindern.

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Birdlife/Otto Samwald

„Die ersten Symptome einer Trichomoniasis-Krankheit sind aufgeplusterte Vögel, die krampfhaft zu fressen versuchen und nicht mehr wegfliegen“, erklärt Rene Brunthaler, Pathologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien: „Die Parasiten befallen vor allem den Kropf der Vögel und rufen dort Entzündungen hervor. Sie können kein Futter mehr zu sich nehmen und sterben.“ Eine Rettung für angesteckte Tiere gibt es nicht, es kann nur die Ausbreitung einer Seuche verhindert werden.

Sauberkeit und Hygienemaßnahmen
Bei freilebenden Tieren kann nicht aktiv gegen den Parasiten vorgegangen werden. „Die wichtigste Maßnahme ist daher, die Ansteckungskette bei den Vögeln zu unterbrechen und große Vogelansammlungen wie an Futterplätzen oder Vogeltränken zu verhindern“, betont der Pathologe: „Sind Vögel erst einmal infiziert, ist das ihr Todesurteil. Die beste Maßnahme bei Auftreten dieser Krankheit ist, die Fütterung sofort einzustellen, Futterreste zu entfernen sowie Futtergeräte und Vogeltränken mit heißem Wasser zu reinigen.“

Für Menschen und Haustiere besteht keine Ansteckungsgefahr - wenn grundsätzliche Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen nach Säuberung der Futterstelle, eingehalten werden.

Grünfinken-Bestand halbiert
Bis 2012 gehörte der Grünfink mit rund 235.000 Brutpaaren in Österreich zu den Top 15 der heimischen Brutvögel. Seither haben sich die Bestände des Finkenvogels mehr als halbiert.  „Derzeit ist das Auftreten von Trichomoniasis fast ausschließlich auf Grünfinken beschränkt. Warum gerade diese Art so sensibel darauf reagiert, ist uns bislang nicht bekannt“, sagt Norbert Teufelbauer von BirdLife Österreich.

Um diesem Rückgang auf den Grund gehen zu können, ruft BirdLife Österreich alle Vogelfreunde auf, Trichomoniasis-Verdachtsfälle zu melden: „Verständigen Sie uns unter office@birdlife.at oder unter der Telefonnummer 01/5234651, wenn Sie kranke oder tote Vögel im Garten beobachten. Stellen Sie in diesem Fall die Vogelfütterung bis zum Beginn der kalten Jahreszeit ein und verwenden Sie dann am besten Futtersilos oder Futtersäulen, wo die Vögel das Futter nicht verkoten können. Bei niedrigen Temperaturen gilt ein Auftreten der Krankheit als unwahrscheinlich.“

www.birdlife.at

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