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Gefahr in der Wiese: Giftige Pflanzen

Giftige oder allergene Pflanzen können nach einem Ausflug ins Grüne oder vor der Haustüre zu bösen Überraschungen führen: Hautreizungen oder sogar Verbrennungen höheren Grades können nach bloßem Hautontakt die Folge sein. Vor welchen Gewächsen Sie sich schützen müssen.

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Pastinake: Pflanzenteile können im Sonnenschein bei Berührung phototoxische Reaktionen hervorrufen. cannon_valey_nursery

Viele Pflanzen setzen bei direktem Kontakt mit der Haut Gifte frei, die schmerzvolle Reaktionen auslösen können: So hat der Riesenbärenklau, der bis zu vier Meter groß werden kann, in den vergangenen Jahrzehnten bereits ganze Wälder erobert. Die Blätter des Strauches, der eigentlich im Kaukasus heimisch ist, sind bei Berührung für den Menschen giftig. Es können Blasen und sogar Verbrennungen zweiten Grades entstehen. Die Heilung der Verletzungen, die nach dem Kontakt mit dem Ungetüm entstehen, kann mitunter mehrere Jahre dauern und Narben hinterlassen. Ähnlich verhält es sich mit der Robinie, deren Dornen nicht nur stechen, sondern die Wunde mit ihrem Gift auch gleich entzünden. „Gegen diese Pflanzen kann man sich nur schützen, indem man sie kennt und den Kontakt mit ihnen strikt vermeidet“, sagt Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene an der Medizinischen Universität Wien.

Kamille, Beifuß, Arnika können zu Ekzemen führen

„Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen zwei Arten von Kontaktekzemen, die als Reaktion auf die Berührung mit Pflanzen auftreten können“, erklärt Prof. Dr. Hutter. „Das sind zum einen toxische Reaktionen, die bei allen Menschen aufgrund giftiger Stoffe in den Pflanzen gleich auftreten. Manche dieser Reaktionen kommen phototoxisch zustande, also nur unter Einwirkung von Sonnenstrahlen.“ Bekanntes Beispiel dafür ist die Wiesengräserdermatitis, die beim Laufen durch hohes Gras oder beim Liegen in der Wiese entstehen kann. „Zum anderen gibt es allergische Reaktionen, für die nur manche Personen anfällig sind.“ Während die allergenen Stoffe an sich nicht giftig sind, sondern lediglich eine Abwehrreaktion im Körper hervorrufen, wirken toxische Stoffe in den Pflanzen direkt auf die Hautzellen. Diese müssen nicht immer durch direkten Kontakt ausgelöst werden, sondern können auch durch den Wind übertragen werden. Pflanzen wie Kamille, Beifuß, Chrysantheme oder Arnika können schnell zu Nesselsucht oder sehr unangenehmen Ekzemen auf der Haut führen. Manchmal reicht es, die Hände mit Wasser zu waschen. Oft muss jedoch der Arzt aufgesucht werden. Prim. Priv.-Doz. Dr. Horak vom Allergiezentrum West in Wien ist in der Praxis häufig mit derartigen Fällen konfrontiert: „Meist ist eine lokale Therapie mit einer cortisonhaltigen Salbe zielführend. Damit wird die Entzündungsreaktion der Haut gedämpft und Beschwerden reduziert und die Symptome verschwinden meist schon nach wenigen Stunden oder Tagen.“ Dennoch ist es gut, im Vorfeld über die potenziellen Übeltäter Bescheid zu wissen, um sich Schmerz und Mühsal zu ersparen.

Phototoxische Reaktion

Vorsicht empfiehlt sich vor allem bei Gartenarbeit im prallen Sonnenschein. Denn einige der „potentiellen Übeltäter“, die phototoxisch wirken, gedeihen im Gemüsebeet: Pastinake, Sellerie, Weinraute und Engelwurz. Verantwortlich dafür sind die Furocumarine, natürliche Abwehrstoffe der Pflanzen. Gelangen sie auf die Haut und werden anschließend dem Sonnenlicht ausgesetzt, kann es zu Rötungen und Blasenbildung kommen. Auch bei Feigenbaum, Zitrusfrüchten, Buchweizen und sogar Zucchini ist Vorsicht angebracht. Auf welche Pflanzen man tatsächlich reagiert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Achtung, Allergiker! Ozon pusht jetzt die Pollenallergie

Neben allergischen und toxischen Hautreaktionen leiden etwa 20 Prozent der Menschen an einer Pollenallergie. Durch die höhere Ozonbelastung im Sommer rückt diese den ohnehin schon Geplagten noch stärker zu Leibe: „Eine chemische Reaktion macht dann die Pollen noch aggressiver“, sagt. Assoz.-Prof. Dr. Hutter, „Da die Temperaturen kontinuierlich steigen, verlängert sich zudem auch die Zeit, in der wir den Pollenflügen ausgesetzt sind.“

Lesen Sie den gesamten Artikel in der LEBENSART Juli/August 2016

Autorin: Susanne Prosser

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