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Esche in Not: Ein Pilz bedroht den Baum

Ein aggressiver Pilz bedroht die Esche, die mittlerweile nur mehr wenig gepflanzt wird. Aber nicht alle Eschen sind betroffen. Es gibt genetisch bedingte Resistenzen, die es ausfindig gemacht werden sollen um so das Saatgut zu sichern. Helfen Sie mit!

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BFW

Seit zehn Jahren schädigt ein eingeschleppter, aggressiver Pilz die Eschenbestände in Österreich. Lokal sind viele Eschenpopulationen bereits ausgestorben, oftmals sind aber noch einzelne resistente Individuen vorhanden. Ein Projekt des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) und der Universität für Bodenkultur, Wien (BOKU) soll dazu beitragen, eine weitere Erosion des Genpools zu stoppen und damit das „stille“ Artensterben zu beenden. Die noch gesunden Bäume sollen in ganz Österreich identifiziert und in künstlichen Erhaltungs- bzw. Züchtungspopulationen gesichert werden, um resistentes Eschensaatgut zu produzieren. Damit soll nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch für die Forstwirtschaft geleistet werden. Denn ein Aussterben der Esche würde das mit ihr verbundene Ökosystem nachhaltig verändern.

In Europa kämpft eine Baumart ums Überleben. Nach dem Ausfall der Ulme durch das Ulmensterben sowie der Bedrohung der Schwarzerle durch eine Phytophthora-Art ist nun auch die Esche seit einigen Jahren in ihrer Existenz bedroht. Ein aus Asien eingeschleppter Schlauchpilz (Hymenoscyphus fraxineus) schädigt die Rinde, breitet sich aus und bringt ganze Äste zum Absterben. Besonders betroffen sind junge Pflanzen, da das Triebsterben bereits die Sämlinge befällt und sie absterben lässt.

Genetisch bedingte Resistenz ist nachgewiesen. Man findet immer wieder einzelne Bäume, die nur geringe oder keine Schadsymptome aufweisen und wahrscheinlich eine Resistenz gegenüber dieser Krankheit aufweisen. Da die nicht oder nur wenig befallenen Bäume nur vereinzelt vorkommen, können sich auf natürlichem Wege keine resistenten Baumpopulationen entwickeln, da oftmals der „Paarungspartner“ fehlt. „Die Auslese resistenter Eschen und deren Vermehrung ist vermutlich die einzige erfolgversprechende Möglichkeit, diese Krankheit zu bekämpfen. Nur so können wir langfristig diese so wichtige Baumart für die Forstwirtschaft und den Naturschutz erhalten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Geburek, Leiter des Instituts für Waldgenetik am BFW.

Projekt „Bedrohtes Erbgut Esche“. Eine erfolgreiche Umsetzung ist nur durch eine aktive Unterstützung aller am Wald beteiligten und interessierten Gruppen möglich. Insbesondere ist die Mithilfe der WaldbesitzerInnen, NaturschützerInnen, aber vor allem auch der Bezirksforst-inspektionen und Landwirtschaftskammern nötig, um bundesweit wenig befallene Eschen zu lokalisieren.

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Foto: BFW

So erkennen Sie resistente Eschen

Kontaktieren Sie das Institut für Waldgenetik, Tel: 0043 1 878 38-2110, Email: institut2@bfw.gv.at

Die Initiative wird von der Landwirtschaftskammer Österreich, dem BMLFUW, dem Österreichischen Forstvereins, allen Landesforstdirektionen, der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg sowie des Forstamtes Wien unterstützt.

Ein Podcast des Bundesforschungszentrums für Wald gibt einen Überblick über die aktuelle Situation .

Im Juni 2018 hat das Institut für Waldgenetik des Bundesforschungszentrums für Wald zusammen mit dem Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz (IFFF) der Universität für Bodenkultur Wien einen internationalen Workshop veranstaltet. Nachbericht auf Video

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