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Eigenstromsteuer für Photovoltaik entfällt

Die aktuelle Steuerstrukturreform erfüllt eine lang gestellte Forderung: Die Eigenstromsteuer - also die Abgabe auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom - wird gestrichen. 

Photovoltaik auf Gebäude hinter Gemüsegarten.
Hörbi Brüllmann/Pixabay

Die Bundesregierung setzt erste Ankündigungen in die Tat um und streicht die Eigenstromsteuer für selbst produzierten und verbrauchten Photovoltaik Strom. Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) sieht hierin einen ersten wichtigen Schritt in Richtung des 100 Prozent Ziels für erneuerbaren Strom bis 2030.  Es sei eine wichtige Chance für den weiteren Photovoltaik-Ausbau, vor allem da aktuelle Förderungen verstärkt auf  Eigenverbrauch abzielen.  DieseMaßnahme soll ab 2020 in Kraft treten.

veraltetes Konzept wird aufgebrochen

Die Eigenstromsteuer stammt aus einer Zeit, in der Eigenverbrauch noch kein Thema war. Dies hat sich jedoch im letzten Jahrzehnt maßgeblich verändert. "Auch wenn es dem Photovoltaik-Verband 2014 durch eine öffentliche Petition gelungen ist, für die ersten 25.000 kWh Eigenstrom einen Freibetrag zu erzielen, ist diese Abgabe ein Ausschlusskriterium für eine Investition. Denn für jenen Anteil, der über diesen Freibetrag hinaus selber verbraucht wird, ist eine Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde zu entrichten", sagt PVA-Geschäftsführerin Vera Immitzer.  „Für den angestrebten weiteren Zubau der erneuerbaren Energien ist die Belastung des Eigenverbrauchs nicht mehr zeitgemäß. Dementsprechend hat die gänzliche Streichung der Belastung von vor Ort und Stelle erzeugtem und verbrauchtem Strom oberste Priorität.“

Der Mehrwert dieser Maßnahme liege deutlich über dem Abwicklungsaufwand und gilt als starker Motivator für jene Anlagen, die viel Strom selber verbrauchen. Vor allem auch für PV-Gemeinschaftsanlagen sowie zukünftig mögliche umfassendere Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, die ihren Eigenverbrauch fokussieren, kommt die steuerliche Erleichterung rechtzeitig. Besonders diese Anlagen werden einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur zukünftig 100 prozentigen Versorgung mit erneuerbarem Strom liefern.

Umsetzung weiterer progressiver Maßnahmen notwendig

Der PVA fordert weiters eine Senkung der Mehrwertsteuer auf erneuerbaren Energieanlagen, eine Anpassung der Abschreibdauer sowie die grundsätzliche Ökologisierung des Steuersystems. Imnitzer: „Wir appellieren an die Bundesregierung dass auch die weiteren Ankündigungen wie bspw. ein umfassendes 100.000-Dächer Photovoltaik und Kleinspeicher-Programm, die Ausweitung von Anlagen auf Freiflächen sowie die technologiespezifische Ausschreibungen zur Ermittlung der Marktprämie für eingespeisten Strom, ebenso tatkräftig und rasch umgesetzt werden.“

Quelle:  www.pvaustria.at

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