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Annahof: Bio-Hofladen bei Wien

Eine Biolandwirtschaft ganz nahe an Wien, zwei engagierte Bauersleute und viel Leidenschaft für pure Lebens­mittel mit Geschmack. Besonders interessant: der Hofladen mit einer großen Auswahl an eigenen und Partner­produkten, in dem es noch die Milch in Glasflaschen gibt.

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Hannes Schabbauer betreibt mit seiner Familie den Annahof in Laaben. Annahof

„Glück bedeutet für uns, in der wunderschönen Naturlandschaft des Wienerwaldes leben und arbeiten zu dürfen und gute, natürliche Lebensmittel herzustellen.“ Ein Glück, das Hannes und Bernadette Schabbauer mit dem Annahof gefunden haben. Hier halten sie Rinder, Schweine und Hühner, im Garten picken Laufenten nach Würmern, Ziegen und Schafe laben sich am jungen Gras, und Katz und Hund genießen die Abendsonne.

Begonnen hat alles 2006, als ihnen die Landwirtschaft vom Kloster Laab im Walde zur Pacht angeboten wurde, erzählt Hannes Schabbauer. „Wir kommen beide aus anderen Berufen, sind aber auf Bauernhöfen aufgewachsen und mit Tieren vertraut.“ Was Schabbauer besonders freut: „Schon die Barmherzigen Schwestern vom Kloster haben die Landwirtschaft biologisch betrieben. Uns ist Bio und Regional wichtig, nur so können wir unser Ziel erreichen, hochwertige, gesunde und g´schmackige Lebensmittel zu produzieren.“ Diese Lebensmittel werden dann im eigenen Hofladen verkauft. Aber davor sind noch viele Arbeitsschritte zu erledigen, bei denen die Schabbauers von dreizehn Mitarbeitern unterstützt werden.

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Foto: Annahof Foto: Annahof

Rinder, Schwein und Huhn

Die Rinderherde ist bunt zusammengewürfelt, nicht nur weil das für’s Auge so hübsch ist – wie die Schabbauers sagen - sondern weil es für jede Nutzungsart verschieden geeignete Rassen gibt. Die Milchkühe grasen auf den Wiesen rund ums Haus und freuen sich an den vielfältigen Kräutern. Weiter weg liegende Wiesen werden nicht beweidet, das sei zu gefährlich. „So nahe an der Stadt sind viele Spaziergänger unterwegs, die oft nicht wissen, wie man mit Rindern umgeht. Sie öffnen die Gatter, wandern durch die Weiden, lassen ihre Hunde frei laufen, das verschreckt die Tiere und es kann zu Angriffen kommen.“ Im Winter gibt’s Heu. Damit auch dieses voller wertvoller Inhaltsstoffe steckt, werden Gras und Klee in einem Gebläse getrocknet. Der Strom dafür kommt von der Photovoltaik.

Von den Kühen profitieren übrigens auch die Schweine: Sie bekommen die beim Käsen anfallende Molke zu trinken. „Das macht das Fleisch so zart und saftig.“ Aber momentan tummeln sich die Schweine im Freien, hinter ihren Frischluft-Ställen mit warmem Strohbett. „Diese klein strukturierte Ferkelzucht ist sicher nicht wirtschaftlich“, sagt Schabbauer, „wir machen es aus Liebe zum Kreislaufdenken. Wir haben Rindfleisch, mit dem eigenem Schweinespeck können wir auch Bio-Wurst herstellen.“

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Foto: Annahof Käsetheke auf dem Annahof

Hier gibt es noch die Milch in Glasflaschen

Ein Teil der frisch gemolkenen Milch wird pasteurisiert und in Glasflaschen abgefüllt. Hannes Schabbauer nimmt eine Flasche und schüttelt sie leicht, bevor er sie öffnet. „Wir lassen den natürlichen Rahm in der Milch und homogenisieren sie nicht. Dadurch schwimmt der Rahm auf und bildet einen Pfropfen. Durch leichtes Schütteln vermischt sich alles wieder.“ Die restliche Milch wird zu Topfen, Joghurt und dem mildwürzigen Wienerwald-Schnittkäse verarbeitet. „Käse machen wir nur im Winter, weil im Sommer keine Milch übrig bleibt“, lacht Schabbauer. Da nämlich sei sie bei den Eissalons sehr beliebt.

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Foto: Annahof Säfte und Gemüse im Regal.

Obst – die Königsdisziplin in Bio

Vor dem Haus haben die Schabbauers eine Apfelplantage gepflanzt, mit Apfelsorten, die in dieser Region gut gedeihen, wie Topaz, Gravensteiner und Kronprinz Rudolf. „Tafelobst in Bio herzustellen, ist für uns die Königsklasse“, sagt Schabbauer. „Das bedeutet genaue Wetter- und Schädlingsbeobachtung, Vorausdenken und enorm viel Arbeit, vor allem händische.“ Gespritzt werde auch in bio, aber mit pflanzlichen Mitteln, wie zum Beispiel Produkten des Neem-Baumes, die nur mild wirken.

Vielfalt im Hofladen

Der Hofladen ist gut bestückt. Hier gibt es die frische Milch, Joghurt, Käse, Fleisch und Würste, je nach Saison Kirschen oder Äpfel. Und natürlich wunderbare Säfte und Marmeladen. Ergänzend werden feine Produkte von Partnerbetrieben aus der Region angeboten, wie Brot, Nudeln, Honig, Wein, Fisch und Ziegenkäse.

Damit auch die Kleinen erfahren, wie Lebensmittel erzeugt werden, bieten die Schabbauers Führungen für Schulklassen und Kindergärten im Rahmen von „Schule am Bauernhof“ an. „Der Stall wird zum Klassenzimmer und unsere Lehrer sind die Tiere und Pflanzen“, sagt Hannes Schabbauer und seine Augen leuchten, als hätte er eben gerade selbst ein Geheimnis von der Natur erfahren. Doch machen Sie sich selbst ein Bild bei einem Besuch: Die Schabbauers zeigen ihren Annahof gerne her.

Info:

Annahof, 2381 Laab im Walde, Klostergasse 11, www.annahof-laab.at

Autorin: ANNEMARIE HERZOG

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