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Das Geschäft mit dem Schrott

Der Wirtschaftsmotor in Asien schnurrt. Besonders in China ist die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen enorm gestiegen. Die Preise für Erze und Metalle haben sich in den vergangenen vier Jahren vervielfacht.
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Die hohen Metallpreise machen Schrott zu einem begehrten Produkt - für die Metallindustrie und für Langfinger. BMLFUW

Diese Entwicklung heizt nicht nur dem Klima ein und die Inflation an, sondern hat in Europa auch zu einer neuen Form der Kriminalität geführt - Metalldiebstähle. In Deutschland wurde gleich ein ganzer Schienenstrang abmontiert, tonnenschwere Stahlträger sind aus einer Werkshalle verschwunden. Hierzulande greifen die Langfinger lieber zu leichterer Beute. Die Diebstähle reichen von 50 oder 70 Kilo Kupferkabel bis zu einigen Tonnen Metall. Selbst Aluminium-Leitschienen sind schon einmal gestohlen worden.

2007 verzeichnete die Polizei bis Mitte Dezember 404 Metall- und Schrottdiebstähle, 2006 waren es 314. Die meisten gehen auf das Konto von osteuropäischen Banden. "Die Aufklärungsrate von 40,8 Prozent ist relativ hoch. Es ist ja auch nicht unbedingt das intelligente Verbrechen, in der Nacht mit einem Zehntonner wohin zu fahren und dann stundenlang Schrott aufzuladen", meint Gerald Hesztera, Pressesprecher des Bundeskriminalamts.

Nicht verfolgt werden in Österreich all jene armen Leute, die sich ihr kärgliches Dasein durch aus den Sammelcontainern gefischte Alu-Dosen aufzubessern versuchen. "Aber da muss man schon sehr viele Dosen flach klopfen, bevor sich das nächste Bier ausgeht", meint Stefan Melnitzky von der Ferropack, die im Rahmen des ARA-Systems für die Verwertung von eisenhältigen Haushaltsabfällen zuständig ist.

Geld für Schrott

Um bei Loacker in Götzis Geld für den gesammelten Schrott zu bekommen, muss man mindestens ein Kilogramm an Alu - das entspricht 67 Bierdosen - anliefern. "Bei Aluminium erhält man je nach Qualität zwischen 50 Cent und 1,20 Euro je Kilo", erklärt Karl Loacker, Gesellschafter des Vorarlberger Schrotthandels- und Recycling-Unternehmens. Für Kupfer gibt es drei bis vier Euro je Kilo. Bei Eisenschrott bekommt man erst ab 100 Kilo Geld - 70 bis 80 Euro je Tonne.

Für den Durchschnittshaushalt rechnet es sich also kaum, Konservendosen oder alte Elektrokabel zum Schrotthändler zu bringen. Da ist das ARA-System wohl der vernünftigste Weg, den Schrott loszuwerden.

 

Detaillierte Informationen zur richtigen Trennung: www.argev.at

 

Lesen Sie mehr in der lebensART Februar 2008

  

photocasedesignritterdose
Die Industrie ist sich des Werts von Altmetall durchaus bewusst, die Bevölkerung nur teilweise. Wie sonst könnte man freiwillig zu Getränkedosen greifen, die bis zum Eineinhalbfachen ihres Gewichts an CO2 produzieren? Photocase/Designritter
stockgeldgier
Stockxpert

In Geiselhaft der Geldgier

Wer sein Geld nach sozialen, ökologischen oder Nachhaltigkeitskriterien anlegt, überstützt damit Entwicklungen in diesem Sinn. Nicht als Gutmensch-Spende sondern durchaus mit dem Ziel, eine Rendite zu erzielen.

Es zahlt sich jedoch aus, die Zusammensetzung der Fonds genauer zu studieren. "Klimaschutz Alternative Energie Garant" nennt sich etwa ein Aktienfonds der Volksbank. Dahinter verbergen sich neben einer Reihe von Solar- und Windenergieunternehmen auch Firmen wie Iberdrola, einer der größten privaten Stromversorger, der unter anderem am Betrieb von vier Kernkraftwerken in Spanien beteiligt ist.

Warum sich die Fondsmanager nicht von Investitionen in die Erdöl- und Erdgaswirtschaft verabschieden und bei den ökologischen Investments nach Alternativen suchen ist schleierhaft, wenn man weiß, wie gut die rein wirtschaftliche Performance solcher Titel ist.

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