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Bio wird zum eigenen Wohl gekauft

Beim Kauf von Bio-Lebensmittel steht das eigene Wohlbefinden im Vordergund. Tierwohl oder Umwelt wirken weniger stark.

Drei Personen halten Plakat.
Barbara Köcher-Schulz (AMA-Bio-Marketing), Gertraud Grabmann (Obfrau Bio Austria) und Michael Blass (GF der AMA-Marketing). AMA/APA/Hautzinger

2012 erhob die AMA erstmals die zentralen Motive für den Kauf von Bio-Produkten. Jetzt sollte untersucht werden, ob sich die Einstellungen angesichts der Diskussionen um Klimaschutz und Nachhaltigkeit verändert haben. Eine Gruppendiskussion mit Gelegenheits- bzw. Intensivkäufern ergab: Nach wie vor steht der Wunsch, der Gesundheit und dem Körper etwas Gutes zu tun, an erster Stelle. Bio ist für Konsumenten vor allem Natürlichkeit, die dem eigenen Wohl dient.

Die Studienteilnehmer wurden befragt, in welchem Ausmaß Berichte zum Klimawandel das eigene Einkaufsverhalten beeinflussen. Bio wird als wichtiger Aspekt von Nachhaltigkeit gesehen – und umgekehrt. Themen der Nachhaltigkeit fördern Bio, gleichzeitig fördert Bio das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsaspekte. Eine unmittelbare Verhaltensänderung lässt sich aus der Studie nicht erkennen. Allerdings wünschen sich die Teilnehmer, dass vermehrt über die positiven Effekte der biologischen Wirtschaftsweise für Tiere und Umwelt aufgeklärt wird. Die fortschreitende Technologisierung der Landwirtschaft steht dem Bio-Gedanken übrigens nicht im Weg.

charts biogesamtmarkt

Am besten regional und Bio

Der Aspekt der Regionalität gewinnt auch bei Bio an Bedeutung. Stehen die Befragten vor der Wahl zwischen einem Bio-Lebensmittel aus dem Ausland und dem gleichen Lebensmittel aus regionaler Herkunft, wird häufig das regionale Bio-Produkt bevorzugt, denn mit Bio werden auch kurze Transportwege assoziiert. Bio-Spezialitäten bzw. exotische Bio-Produkte werden jedoch gerne akzeptiert, wenn sie in Österreich nicht vorkommen. Vom Handel erwarten sich die Studienteilnehmer, dass regionale Bio-Produkte angeboten werden, sobald diese in Österreich Saison haben. Klar ist für die Teilnehmer auch, dass Regionalität und Bio unterschiedliche Konzepte sind, es kommt also zu keiner Verwechslung.

Den typischen Biokäufer gibt es nicht mehr

Vor zehn bis zwanzig Jahren waren typischen Bio-Käufer die „Alternativen“, heute wird Bio von allen sozialen Schichten, Einkommen, Altersgruppen und Bildungsniveaus gekauft. Das Einkaufsverhalten kann prägend für die nächste Generation wirken. Wenn man Bio aus seiner Kinder- bzw. Jugendzeit kennt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, später im eigenen Haushalt ebenfalls zu Bio zu greifen. Die Auswahl der Kaufstätte folgt meist einem pragmatischen Zugang: Eingekauft wird dort, wo man nach der Arbeit vorbeikommt bzw. in jenem Geschäft, das am Weg oder nahe zur Wohnung liegt.

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