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Behindertengerecht bauen

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, im Rollstuhl zu sitzen? Könnten Sie alleine in ihr Haus gelangen, auf die Toilette? Können Sie die Fenster öffnen oder etwas aus dem Kühlschrank nehmen?

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Im öffentlichen Bereich hat sich punkto Barrierefreiheit in den letzten Jahren einiges zum Positiven verändert. stockxpert.com

Behinderungen sind kein Minderheitenprogramm. In Österreich sind rund 1,5 Millionen Menschen oder knapp jeder fünfte dauernd oder zumindest zeitweilig von einer Behinderung betroffen. Auch wenn der Rollstuhl noch nicht erforderlich ist - viele alte Menschen leiden an Gehbehinderungen, die jede einzelne Stufe zu einem Hindernis machen.

Betroffen sind auch Personen, die durch einen Unfall oder eine Krankheit kurzfristig behindert sind, Eltern, die in allen erdenklichen Situationen an Barrieren stoßen, wenn sie mit Ihren Kleinkindern unterwegs sind und Kinder, die Ihre Umgebung in den ersten Lebensjahren als einzige Ansammlung von Unüberwindbarem erleben müssen. Mit einem Wort: Wir sind alle und das wahrscheinlich mehrfach in unserem Leben von Behinderungen betroffen.

Wenn man sich das so überlegt, sollte man meinen, dass wir unsere Lebenswelt grundsätzlich ohne Barrieren planen und gestalten. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Maßnahmen zur Überwindung von Hindernissen werden nicht selten als kostspielige um nicht zu sagen verschwenderische Sonderlösungen gesehen. Wir leben so lange in einem Idealbild von jugendlicher Dynamik, bis wir selbst betroffen sind.

Barrierefrei wohnen

"Das persönliche Wohnumfeld barrierefrei zu gestalten ist wohl die wichtigste Herausforderung," fordert Umweltberater Manfred Sonnleithner ein Umdenken bei Planern und Architekten. "Das beginnt bereits beim Zugang zum Grundstück. Meistens gibt es hier schon die ersten Stufen oder keinen behindertengerechten Parkplatz. Ein noch so simples Gartentürl kann zum Hindernis werden, wenn man mit dem Rollstuhl beim Öffnen nicht ausweichen kann. Beim Betreten des Gebäudes selbst lauern meistens die nächsten Stufen. Sind diese Hürden gemeistert, erwartet mich ein enger Gang oder ein viel zu schmaler Lift. Vielleicht auch gar kein Lift - dann werden Sie mit einer körperlichen Behinderung wohl kaum länger hier wohnen können. Allerdings könnte es sein, dass Sie einmal einen Freund einladen möchten, der behindert ist. Ausgeschlossen! Und sollte man den Weg in die Wohnung noch ganz gut schaffen - das Kellerabteil bleibt in den meisten Fällen unerreichbar."

Mittlerweile gibt es für Planer sehr gute Richtlinien, worauf sie unbedingt achten sollten.

 

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