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Baubiologische Tipps

Vorab ein wichtiger Tipp für Ihre Kaufentscheidung: Achten Sie bei den Baustoffen auf Gütesiegel. Diese garantieren, dass die Produkte von unabhängigen Stellen überprüft wurden und aus baubiologischer bzw. bauökologischer Sicht empfehlenswert sind.

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Istockphoto

Innenputz
Eine wichtige Aufgabe des Putzes ist die Regulierung der Feuchtigkeit. Er soll kurzfristig viel Feuchtigkeit aufnehmen und diese dann auch wieder rasch abgeben können. Lehm-, Silikat- und Kalkputze können das am besten. Lehm- und Kalkputze beugen auch gegen Schimmelbildung vor und binden Gerüche.

Fliesen
Gehen Sie Fliesen möglichst sparsam und verwenden Sie sie nur im Spritzwasserbereich. Wird das Bad bis zur Decke zugepflastert, kann der Putz die Feuchtigkeit nicht mehr regulieren. Fliesenkleber dünn auftragen.

Spachtelmasse
Pulverförmige Spachtelmassen, die Gips und Zement enthalten, sind unproblematisch. Achten Sie bei Fertigspachtelmassen auf emissionsarme Produkte.

Fugendichtstoffe
Es gibt Silikone, die nur geringe Emissionen verursachen. Sie sollten dennoch möglichst wenig davon verwenden. Als Alternative bieten sich konstruktive Maßnahmen, wie spezielle Kanten für Duschen und Badewannen, die überfliest werden können.

Wandfarben
Verwenden Sie mineralische Farben. Kalk- und Silikatfarben sind schadstoffarm und offenporig. Sie lassen den Wasserdampf in den Putz durch und sorgen für ein gesundes Raumklima. Kasein- und Leimfarben eignen sich vor allem für trockene Räume sehr gut. Leimfarben sind nicht feuchtebeständig und können nur mit Leimfarbe überstrichen werden. Von Kunstharzdispersionen ist abzuraten.

Tapeten
Falls Sie Ihre Räume mit Tapeten auskleiden möchten, verwenden Sie atmungsaktive Raufasertapeten, die überwiegend aus Altpapier hergestellt sind und möglichst wenig Schadstoffe beinhalten.

Böden
Die Wahl des Bodens hängt stark von seiner Beanspruchung ab:
Keramikböden sind für Vorräume, Toiletten und Bäder zu empfehlen. Holzfußböden aus heimischen oder FSC-zertifizierten Hölzern sind in den Wohnräumen die erste Wahl. Für stark beanspruchte Bereiche eignet sich hartes Holz wie Eiche, Ahorn, Buche, Esche, Birke, Erle, Kirsche oder Akazie. Für Kinderzimmer und Schlafzimmer empfiehlt sich ein einfacher Schiffboden in Fichte. Der hat eine warme Oberfläche und lässt sich immer wieder abschleifen und nachbehandeln.
Laminatböden bestehen aus einer Deck- und Unterschicht aus verpressten, in Kunstharz getränkten Papierschichten. Dazwischen ist eine Schicht aus Holzwerkstoffen. Ein Massivholzboden (Fertigparkett) ist aus ökologischer Sicht vorzuziehen, da dieser repariert und länger genutzt werden kann.
Linoleum ist ein reines Naturprodukt und eine empfehlenswerte, besonders strapazierfähige Alternative zu Kunststoffböden. Achten Sie bei der Verklebung auf emissionsarme Kleber, am besten auf Naturharzbasis.
Teppichböden sind fußwarm, elastisch und schalldämmend. Achten Sie bei einem Naturteppich darauf, dass die Rohwolle ökologischen Kriterien entspricht, das Trägergewebe aus Jute oder Baumwolle besteht und keine kennzeichnungspflichtigen Chemikalien (z. B. „giftig“, „fortpflanzungsgefährdend“, „krebserregend“ etc.) als Flamm- und Insektenschutzmittel, Farb- oder Konservierungsstoff verwendet wurden. Zur Verklebung empfiehlt sich Naturlatex.
PVC-Böden haben in einem Ökohaus nichts verloren.

Holzwerkstoffe
Für Unterkonstruktionen bei Wänden und Böden werden häufig Platten aus verpressten Holzwerkstoffen verwendet. Diese können Formaldehyd in die Raumluft abgeben, gleiches gilt für die Möbel. Trotz der gesetzlich vorgeschriebenen, niedrigen Emissionswerte, kann hier in Summe einiges an Schadstoffen zusammenkommen.

Holzveredelung
In einem normal bewohnten Raum ist Holz immer so trocken, dass keine Gefahr von Schädlingen oder Fäulnis besteht. Bei nicht beanspruchten Flächen (z.B. Holzdecken) können Sie ganz auf Holzschutz verzichten. Für Holz, das behandelt wird, empfehlen sich natürliche Hartöle, Wachse und Naturfarben. Zertifizierte Produkte, wie etwa Parkettlacke, verursachen nur geringere Emissionen.

Innenwände
Einfache Ständerkonstruktionen mit Gipskarton-, Gipsfaser- oder Lehmbauplatten weisen geringe Belastungen auf. Holzwolle-Platten bieten den Vorteil einer größeren Speichermasse.

Dämmstoffe
In Innenräumen sollten generell nur nachwachsende Dämmstoffe wie Hanf, Flachs, Schafwolle oder Zellulose und mineralische Schüttmaterialien wie Perlite oder Blähton eingesetzt werden.

Autor: Christian Brandstätter
 

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