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5. Wintergarten

Wintergärten sind vor etwa 15 Jahren in Mode gekommen. Wenn man bei den damaligen schlechten Glasqualitäten mit der Sonne bauen wollte und auf der Südseite großzügig aufgemacht hat, war der Wintergarten quasi ein notwendiger Pufferraum.

Tipp 1: Ein Wintergarten ist nur dann ein Energiegewinn, wenn er nicht beheizt und thermisch gut vom Wohnraum getrennt wird. Wer seinen Wintergarten heizt, dem laufen mit Sicherheit die Heizkosten davon.

Tipp 2: Die Fenster und Türen zwischen Wohnraum und Wintergarten sollen dieselben thermischen Qualitäten aufweisen wie ein normales Außenfenster, die Wand zwischen Haus und Wintergarten soll gedämmt sein. Bei der Außenverglasung des Wintergartens kann ich dann etwas sparen.

Tipp 3: Ein Wintergarten soll unbedingt zweistöckig ausgeführt werden, nur dann entsteht eine Kaminwirkung, die den nötigen Warmluftaustausch - sowohl in der Übergangszeit zum Heizen als auch im Sommer zum Abtransport der Heißluft - ohne Hilfe von Ventilatoren schafft.

Tipp 4: Bei einer Schrägverglasung sind ein teureres Sicherheitsglas und eine Beschattung erforderlich. Beides erspart man sich, wenn der Wintergarten ein Dach mit Wärmedämmung und Dachfenstern bekommt und die Glasfläche im Süden senkrecht steht. Senkrechtverglasungen reflektieren im Sommer die Einstrahlung, die Überhitzungsgefahr wird überschaubar. Im Winter trifft die flach stehende Sonne dann in einem günstigen Winkel auf die Senkrechtverglasung und bringt Wärme und Licht in den Wohnraum.

Tipp 5: Die Rahmenkonstruktion eines Wintergartens muss enorme Spannungen aushalten. Hier sollten Sie unbedingt mit Leimbindern zu arbeiten, vorzugsweise mit Lärchenholz. Das Glas sollte außen mit speziellen Aluklemmschienen montiert werden, damit das Holz nicht bewittert wird.

Tipp 6: Als Wärme- und Feuchtigkeitspuffer kann die Rückwand des Wintergartens mit ungebrannten Lehmziegeln errichtet werden. Das trägt zur Klimatisierung bei. Boden und Wände müssen dunkel gehalten sein, damit im Winter das einfallende Licht auch wirklich in Wärme umgewandelt werden kann. Bei weißen Flächen wird ein hoher Anteil dieses Lichtes wieder nach außen reflektiert. Damit das Licht auch auf den gesamten Boden treffen kann, muss die Verglasung bis ganz nach unten reichen.

Tipp 7: Ein Wintergarten ist ein sehr attraktiver, aber auch sehr teurer Übergangsraum zwischen Haus und Garten, der im Schnitt maximal 180 Tage im Jahr benutzbar ist. Im Sommer ist es darin zu heiß und im Winter fehlt an vielen Tagen die Sonne. Aufgrund der enormen Fortschritte in der Glastechnik ist der Wintergarten als vorgelagerter Pufferraum nicht mehr notwendig. Wenn Sie diesen Vorraum weglassen und gleich in eine erstklassige Verglasung im Süden und Südwesten investieren, dann wird Ihr Wohnzimmer 365 Tage im Jahr zu einem Wintergarten.
 

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