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25 Jahre Weltladen

Fairer Handel ist ihre Vision und sie leben sie in der Praxis. LEBENSART & BUSINESSART gratulieren zum 25-jährigen Jubiläum!

ein Bub hält einen gelben Luftballon mit der Aufschrift
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Faire Vielfalt im Weltladen. Seit 25 Jahren Marke.

Die österreichischen Weltläden sind den meisten Österreicher*innen bekannt. Seit 25 Jahren treten die österreichischen Weltläden mit einer gemeinsamen Marke auf. Diese sorgte dafür, dass der Faire Handel zu einer Erfolgsgeschichte wurde.
Die Vision ist einfach erklärt: Allen entlang der globalen Handelskette soll es gut gehen. Die Weltläden wollen keine Ketten der Abhängigkeit, sondern bunte, lockere Perlenreihen - von den kraftvollen und talentierten Hersteller*innen, Betrieben und Kooperativen, über die verantwortungsvollen und innovativen Importorganisationen bis hin zu den engagierten Weltladen-Teams und den Kund*innen, die ihren Alltag mit wertvollen Produkten bereichern.
Im Jahre 1977, vor mittlerweile 43 Jahren, eröffnete der erste Weltladen Österreichs in Innsbruck. In den folgenden zwei Jahrzehnten erlebte die Weltladen-Bewegung einen unglaublichen Aufschwung. Mitte der 1990er gab es bereits über 50 Weltläden in Österreich. Dieses Wachstum ging weiter - heute sind es knapp 90 Fachgeschäfte in allen österreichischen Bundesländern, die
sich dem Fairen Handel verschrieben haben. Die meisten Weltläden werden von einem Verein mit über 1000 engagierten Ehrenamtlichen und 200 Angestellten geführt.

Positionierung als Fachgeschäfte für Fairen Handel

In den Anfangsjahren traten die Weltläden unter dem damals gebräuchlichen Begriff Dritte-Welt-Laden auf. „Ab den 1990er Jahren hießen manche weiterhin Dritte-Welt-Laden, andere Eine-Welt-Laden, wieder andere Aller-Welt-Laden“, erinnert sich Ernst Gassner, Vorstands-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Weltläden (ARGE Weltläden). Um das Erscheinungsbild der Geschäfte zu vereinheitlichen und damit deren Identität zu stärken, wurde 1993 beschlossen, einen Markenfindungsprozess zu starten. In den folgenden zwei Jahren arbeiteten Vertreter*innen aller Weltläden intensiv daran, der Weltladen-Bewegung eine Marke, ein Erscheinungsbild und gemeinsame Kriterien des Fairen Handels zu geben“, erklärt Ernst Gassner. Im Herbst 1995 wurde
schließlich das Weltladen-Logo in der heutigen Form der Öffentlichkeit präsentiert.„Wir betonten damit unser Alleinstellungsmerkmal stärker und traten dezidiert als Fachgeschäfte für Fairen Handel auf“, sagt Gassner.
Die neu erarbeitete Marke half den Weltläden: Obwohl einige Weltläden 20 Jahre Erfahrung im Fairen Handel hatten, halfen ihnen Marke und Logo, sich als Fachgeschäfte für Fairen Handel zu positionieren. Zur Marke der fast 90 Weltläden gehört neben dem Weltladen-Logo der Zusatz „gerecht handeln – sinnvoll kaufen“.
Das Dach aller Weltläden bildet der Verein Arbeitsgemeinschaft Weltläden.

Mehr als ein Shop

Unfaire Handelspraktiken und die damit verbundenen Schicksale von Produzent*innen im globalen Süden sind heute stärker ins Bewusstsein vieler Konsument*innen gerückt. Dies zeigte sich auch im Verhalten der Kund*innen in diesem Jahr, das geprägt ist von Covid-19. „Die Weltläden verstanden sich von Anfang an nicht nur als Shops für hochwertige und einzigartige Premium-Produkte“, erklärt Gudrun Danter, Geschäftsführerin der Dachorganisation ARGE Weltläden, „wir legen auch viel Wert und Zeit auf Informations-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Wir können die Geschichten hinter den Menschen und Produkten erzählen. Gerade für Schulen und Fairtrade Gemeinden bilden wir die Basis, sind der Ankerpunkt für das Engagement für Fairen Handel in den österreichischen Gemeinden.“

COVID-19: Das Jubiläum steht unter dem Zeichen der Solidarität mit den Produzent*innen im
globalen Süden

Die Weltläden haben sich nach viel Aufbauarbeit von Pionierinnen zu Trendsetterinnen entwickelt. Das Engagement scheint in Zeiten wie diesen noch wichtiger zu sein. Sprach man in den vergangenen Jahren von Skandalen in der Textil- und Lebensmittelindustrie, ist in diesem Jahr COVID-19 das beherrschende Thema. Bei uns kehrt langsam wieder „Normalität“ ein. Im
globalen Süden dauert das noch. Die Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind besonders stark von den Auswirkungen der COVID-19-Krise betroffen. Die COVID-Fälle nehmen zu und die Ausgangssperren und -beschränkungen der vergangenen Wochen führten zu Produktions- und Lieferstopps und damit Einkommensverlusten.
„Viele konnten wegen der Ausgangssperren nicht ihrer Arbeit nachgehen. Werkstätten waren oder sind geschlossen. Derzeit wird, wenn überhaupt, oft nur mit reduzierter Belegschaft produziert. Es ist schwierig, Arbeitsmaterialien einzukaufen, fertige Produkte können teilweise nicht exportiert werden und der Verkauf im Inland ist besonders in Tourismusgebieten zum Erliegen gekommen.
Zudem können die Produzent*innen oft auf keinerlei staatliche Unterstützungen wie wir sie kennen hoffen“, erläutert Gudrun Danter.

In schwierigen Zeiten zeigt sich echte FAIRbundenheit

Bisher wurden über 50.000 Euro an Unterstützungsbeiträgen an Corona-Soforthilfe lukriert und damit wertvolle Überbrückungen geleistet, wie Lohnfortzahlungen oder den Kauf von Lebensmitteln oder Hygieneartikel.
„Die beste Option für die Produzent*innen ist allerdings der Einkauf im Weltladen. Denn wir und ein Gutteil der Österreicher*innen möchten ganz einfach nicht, dass die ohnehin schon benachteiligten Menschen in vielen Regionen des Südens ausgebeutet werden, wie das im konventionellen Handel passiert, sondern, dass der tägliche Einkauf mit gutem Gewissen erfüllbar ist. Hier bieten die Weltläden eine faire Alternative“, sagt Ernst Gassner.

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