zum Inhalt springen

Wer sind die Guten?

Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, hat CSR-Maßnahmen in seinem Businessplan verankert. Doch welche Aktionen dienen dabei als getarnte PR-Aktivitäten der reinen Imagepflege und welche Unternehmen meinen es wirklich ernst damit, gegenüber der Gesellschaft Verantwortung zu zeigen?
Baumax
Die österreichische Heimwerkerkette bauMax arbeitet in all ihren Märkten mit Behinderteneinrichtungen aus der Umgebung zusammen Baumax
 

Ein wachsendes Gros in der westlichen Gesellschaft geht davon aus, dass ein jeder mit dem Kauf eines Produkts selber Verantwortung übernimmt: Für welchen Hersteller, für welches Unternehmen entscheide ich mich? Wer sind die Guten und wer die Bösen? Das erklärt auch den großen Erfolg von Marken mit Gütesiegel hierzulande: Konsumenten, die es sich leisten können, zahlen für Produkte gerne mehr, die nachweisen aus biologischer Landwirtschaft, energiesparend oder unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt worden zu sein.

Unternehmen, die ausschließlich regional wirtschaften, standen schon immer unter der sozialen Kontrolle ihrer Umgebung. Hier haben sich für den Umgang mit Mitarbeitern und Umweltschutz entsprechende Standards etabliert und soziales Engagement in Form von Sponsorgeldern für regionale Sportvereine oder Kulturveranstaltungen ist selbstverständlich. Hingegen ist die Politik internationaler Konzerne nicht so offensichtlich. Durch Berichte über Billigproduktion in Asien oder Ausbeutung der Mitarbeiter sind die Konsumenten aufmerksam geworden und üben gemeinsam mit Umweltorganisationen und sozialen Netzwerken Druck auf die Konzerne aus, was zur Folge hat, dass die Unternehmen zunehmend ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen.

CSR rechnet sich

Nachhaltige Maßnahmen auf freiwilliger Basis, die über die normalen gesetzlichen Bestimmungen hinaus gehen werden als CSR (Corporate Social Responsibility) bezeichnet. Heute können es sich Unternehmen gar nicht mehr leisten, keine CSR in ihrer Firmenpolitik zu betreiben.

Dass sich CSR rechnet hat auch eine vom Schweizer Bankhaus Sarasin durchgeführte Analyse gezeigt: negative Umwelt- oder Sozialauswirkungen der Unternehmenstätigkeit haben direkte Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Zugleich profitieren gerade Unternehmen jener Branchen überdurchschnittlich von ihrem CSR Engagement, die aufgrund ihres Geschäftsfeldes hohe Umwelt- und Sozialrisiken haben, also z.B. Chemie, Energie, Bergbau, Papier. Deren Aktienkurse steigen überdurchschnittlich, wenn sie diese Risiken reduzieren. Ihre Unternehmenspolitik ist aber auch starkem öffentlichem Interesse ausgesetzt und der Transparenz wird große Bedeutung beigemessen.

CSR-Maßnahmen können also für Unternehmen Gewinne bringen. Das ist insofern eine gute Nachricht, als sich folglich umso mehr Unternehmen in diesem Bereich ernsthafter engagieren werden und CSR über eine Imagepflege hinaus gehend einsetzen könnten. Die Kehrseite der Medaille: Bis heute ist CSR-Engagement nicht in Daten und Fakten erfassbar und daher auch nicht wirklich überprüfbar.

Lesen Sie mehr in der lebensART Juni 2008

gugl
Die Firma Gugler cross media in Melk hat den Wert eines motivierenden Umfeldes für ihre Mitarbeiter erkannt: zu Mittag gibt es Biokost im Betriebsrestaurant mit Blick auf die Natur. Gugler
poiarkov
Poiarkov

 

Die Wastewatcher sind da!

Die Einen halten sie für Geldverschwendung und nennen sie "Hundstrümmerlinspektoren" oder "Mistkübelstierler". Die Anderen fordern, dass gegen den Mist noch viel mehr getan werden müsse. Die seit Anfang Februar in Wiens Straßen ihren Dienst verrichtenden "Wastewatcher" sorgen für Diskussion.

Die Uniformierten sollen die Menschen eher an ihre Pflichten in Sachen Müllbeseitigung erinnern, als bedrohliche, strafende "Müllpolizisten" zu sein. Die ersten drei Monate ließ man ohnehin noch Milde walten, suchte vermehrt das Gespräch und klärte auf. In flagranti jemanden zu erwischen, ist auch nicht einfach. Dafür sind die mittlerweile 40 Zivilen besser geeignet. Seit Ostern wird vermehrt gestraft.

Dem Hundekot wird vorerst neben herrenlosen Einkaufswägen und dem Sperrmüll die meiste Aufmerksamkeit zuteil. Viele Hundebesitzer sind - wie die jahrelange Hundekotdiskussion zeigt - uneinsichtig. Täglich setzen Hunde bis zu 10 Tonnen Kot auf Wiens Straßen ab. Aber auch wenn die Wastewatcher immer wieder angepöbelt werden: Umfragen ergeben 88 % Zustimmung.

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen