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Wann, wenn nicht jetzt? Zusammen wachsen fürs Klima.

Interview mit Hildegard Aichberger, Vorständin Vertrieb und Marketing der oekostrom AG, und Ulrich Streibl, Sprecher des Vorstands oekostrom AG.

- entgeltliche Einschaltung -

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oekostrom Vorstände Hildegard Aichberger und Ulrich Streibl Foto: Thomas Kirschner

Das Vorstandsduo von Österreichs größter unabhängiger Energiedienstleisterin spricht im Interview über die Dringlichkeit der Klimakrise, die Herausforderungen der Energiewende und erklärt, warum genau jetzt die richtige Zeit für eine Kapitalerhöhung und den Ausbau der Erneuerbaren ist.

Das Crowdfunding der oekostrom AG war so erfolgreich, dass es nur einige Tage lief. Hat dieses Crowdfunding auch indirekt etwas mit der immer schneller voranschreitenden Klimakrise zu tun?

Aichberger: Die Klimakrise bedroht global alle Menschen akut und direkt. Es geht – hier und jetzt – um nicht weniger als den Beitrag, den jede Organisation, aber auch jede und jeder Einzelne zu ihrer Bekämpfung leisten kann. Aber wir wissen auch: Die Welt bewegt man nicht allein. Wir möchten daher interessierte Menschen herzlich einladen, diesen Weg gemeinsam mit uns als Aktionär*innen zu gehen und zusammen für das Klima zu wachsen! Dazu hatten Interessierte jetzt ganz konkret die Möglichkeit, und zwar mit einer Beteiligung an Österreichs größter unabhängiger Energiedienstleisterin!

Warum ist gerade jetzt die richtige Zeit für ein Crowdfunding?

Streibl: 2021 war ein höchst turbulentes Jahr. Die historisch beispiellosen Schwankungen der Energiepreise auf den Großhandelsmärkten, die Coronapandemie und die geopolitische Lage – all diese Indikatoren zeigen, wie dringend unsere Umwelt und unser Wirtschaftssystem eine Transformation benötigen. Der Ukrainekrieg hat uns auf dramatische Weise gezeigt, welche Folgen die Abhängigkeit von fossilen Energien noch haben kann. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 auf alle Importe von russischem Gas zu verzichten. Allein deshalb und aufgrund der aktuell hohen Energiepreise wird es einmal mehr zu einem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren kommen. Zudem finden wir vor dem Hintergrund der Klimakrise finden wir heute national wie international ein gesellschaftliches, wirtschaftliches und politisches Umfeld vor, das eine Ökologisierung der Energieversorgung fordert und fördert. Dieses Zeitfenster wollen wir nützen, um zu wachsen und die Energiewende weiter voranzutreiben! Nur so können wir das von der Regierung gesetzte Ziel‚ 100 % Strom aus erneuerbarer Energie bis 2030, auch erreichen und damit ein gutes Leben für zukünftige Generationen sichern.

Welche Projekte werden mit dem Geld aus dem Crowdfunding finanziert?

Aichberger: Wir agieren heute in einem der größten Zukunfts- und damit Wachstumsmärkte überhaupt. Dieses Momentum wollen wir nützen und einmal mehr vorne mit dabei sein! Mit den Einnahmen aus dieser Kapitalerhöhung wollen wir als Ökostrom-Pionierin und Publikumsgesellschaft mit breiter Aktionär*innenstruktur unseren Kraftwerkspark für erneuerbare Energie weiter ausbauen. Darüber hinaus sollen die Kund*innengewinnung weiter vorangetrieben und die Kapitalbasis gestärkt werden.

Warum sollte man in die oekostrom AG investieren?

Streibl: Menschen vertrauen der oekostrom AG ihr Geld an. Und dieses Geld arbeitet – anders als bei fast allen anderen Investments – für den wirtschaftlichen Erfolg, aber eben auch direkt für das Klima und das gesellschaftliche Wohlergehen. Wer bei uns vor fünf Jahren investiert hat, hat das Geld nahezu verdreifacht. Und wir erzeugen und verkaufen jeweils fast doppelt so viel erneuerbaren Strom wie vor fünf Jahren, zum Vorteil für das Klima. Die oekostrom AG ist eine Klima-Investition.

Eine Grafik veranschaulicht die momentan flache Kurve des Aktienpreises.
Aktienpreis-Verdreifachung bei stabilen Dividenden. Grafik: oekostrom AG

Wo sehen Sie die Rolle der Politik in der Klimakrise?

Aichberger: Die Politik spielt bei der Gestaltung der klimafreundlichen Zukunft eine herausragende Rolle. Sie muss für die Rahmenbedingungen sorgen, ebenso wie für Konsens und Unterstützung über alle Instanzen, Länder- und Gemeindegrenzen hinweg. Der Föderalismus war in der Vergangenheit häufiger Bürde als Segen, und heute gibt es große Unterschiede im Ausbaugrad der erneuerbaren Energiequellen in Österreich. Das gemeinsame Ziel – Österreich zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu versorgen – klappt aber nur, wenn alle mit an Bord sind und das gesamte Potential realisiert wird. Die oekostrom AG sieht es als Teil ihrer unternehmerischen Verantwortung, gegenüber der Politik einzumahnen, wenn sich Stillstand abzeichnet. Denn die Klimakrise lösen wir nicht übermorgen, sondern heute.

Wo sehen Sie die Vorteile der Energiewende und was braucht es, um diese umzusetzen?

Aichberger:  Ein großer Vorteil der Erneuerbaren im Vergleich zur fossilen Energie ist, dass die Wertschöpfung in die Region zurückgeholt wird. Deshalb halte ich es für essenziell, die Menschen beim Ausbau der Erneuerbaren mitzunehmen. Die Energiewende betrifft uns alle, es braucht Rückenwind und Verständnis (Stichwort Genehmigungsverfahren) und letztendlich ist die Aufgabe so gewaltig, dass es auch privates Engagement brauchen wird.

Daher ist es nur logisch, die Menschen in den Regionen einzubinden, dort wo die Energie produziert wird, sei es als Kund*innen des nächstgelegenen Windrads, sei es als Prosumer*innen (Kund*innen, die selbst Strom z.B. aus PV-Anlagen produzieren), sei es als Teilhaber*innen von Projekten oder Kapitalgeber*innen des Unternehmens. Die Kund*innen-Lieferant*innenbeziehung der Zukunft wird eine andere sein, sie wird interaktiver, individueller und partnerschaftlicher sein.

Und der Krieg in der Ukraine hat uns auf drastische Weise vor Augen geführt, dass wir uns unabhängig machen müssen von Regimen wie dem russischen und hier auf einen hohen Grad an Selbstversorgung aus Österreich für Österreich setzen sollten.

Die oekostrom AG engagiert sich auch abseits Ihres Geschäftsfelds im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Welche Projekte gibt es hier konkret?

Streibl: Wir unterstützen beispielsweise die Klimaklage von Fridays For Future vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), damit Klimaschutz politisch verbindlich eingefordert werden kann. Wir setzen uns gegen Atomkraft in Europa und für Transparenz am Wärmeenergiemarkt ein und garantieren durch eine eigene Bilanzgruppe für Ökostrom die Lieferung hochwertiger erneuerbarer Energie aus Österreich.

Zudem stehen wir laufend im Dialog mit Expert*innen und Entscheidungsträger*innen in Wirtschaft und Gesellschaft und werfen dabei einen Blick über den Tellerrand. Die Frage ist: Wie können wir die Klimakrise bewältigen und ökologisch nachhaltig leben? Dieser Frage widmen wir uns auch auf unserem oekostrom AG-Blog und zeigen mit Beiträgen von NGOs und Expert*innen, wie jede*r Einzelne im täglichen Leben einen Unterschied machen kann.

Mit unserem Podcast- und Videoblog-Format „Freitag in der Arena“ geben wir Impulse für eine 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung und zeigen Ideen und Lösungsansätze rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf. Mit unserem Veranstaltungsformat „oekostrom AG am Campus“ geben wir politisch-philosophischen Debatten rund um die Klimakrise eine Bühne.

Wo sehen Sie die Zukunft der oekostrom AG?

Streibl:  Anders als in unseren Gründungsjahren agieren wir heute in einem der größten Zukunfts- und Wachstumsmärkte überhaupt. Auf Basis des Regierungsprogramms und dem vorliegenden Entwurf des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) des Klimaministeriums soll sich der jährliche Zubau von Windenergie bis 2030 verdoppeln, der Zubau von Solarenergie sogar versechsfachen. Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten und setzen nun die nächsten logischen Schritte!

Aichberger: Ich bin überzeugt, dass jetzt die Zeit ist für Veränderung. Ich freue mich, gemeinsam mit dem engagierten Team der oekostrom AG, mit meinem Vorstandskollegen Ulrich Streibl, mit unseren Partner*innen, Aktionär*innen und Kund*innen die Zukunft der Energiewirtschaft mitzugestalten und zu zeigen, dass Profit mit Haltung machbar ist. Wir alle verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit unserer Mission: Wir wollen eine nachhaltige Energiezukunft schaffen. Wir wollen eine Welt, in der Luft, Wasser und Boden sauber sind und in der wir Menschen gesund und in Frieden leben können. Das treibt uns an.

Ein Balkendiagramm zeigt die Jahresergebnisse des Konzerns zwischen 2012 und 2021.
Profitables Wachstum in den vergangenen Jahren, Grafik: oekostrom AG

Über die oekostrom AG

Die oekostrom AG ist Produzentin und Anbieterin von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und setzt sich aktiv für eine ökologische, zukunftsfähige Energieversorgung bei Wärme und Mobilität ein. 1999 aus der Anti-Atombewegung heraus gegründet ist das Unternehmen heute der größte unabhängige Energiedienstleister in Österreich. Seit den Anfangsjahren ist die oekostrom AG stark gewachsen. Die klare Haltung, „das Richtige – im Sinne einer erneuerbaren Energiezukunft – zu tun“ hat sie dabei stets mitgenommen.

Die oekostrom AG bietet vielfältige Handlungsoptionen für Menschen, die einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz leisten wollen: Sei es als Kund:in, Aktionär:in, Produzent:in oder einfach als engagierter Mensch.

100 % unabhängig – 100 % zukunftsfähig – 100 % aus Österreich

Hildegard Aichberger ist seit 20 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit tätig und verfügt über ein umfangreiches Netzwerk in der österreichischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die promovierte BOKU-Absolventin war zuvor unter anderem Geschäftsführerin des WWF Österreich sowie Geschäftsführerin der ORF-Umweltinitiative MUTTER ERDE. Seit Mai 2021 ist sie Vorständin für Vertrieb und Marketing bei der oekostrom AG. Hildegard Aichberger lebt mit ihrer Familie in Wien.

Ulrich Streibl ist seit September 2020 im Vorstand der oekostrom AG. Er ist ein international erfahrener Manager mit umfassender Energiemarktkenntnis, breiter Finanz- und Strategie-Kompetenz und darüber hinaus einer hohen Affinität zu Klima- und Umweltschutz. Streibl lebt mit Frau und drei gemeinsamen Kindern in Wien.