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Regional ist nicht das neue Bio

Regional einkaufen gilt als Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Das alleine bringt aber wenig. Nur in Ver­bin­dung mit Bio sind tatsächlich nennens­werte CO2-Einsparungen möglich.

Frisches Gemüse im Korb.
Frische Gemüse im Korb. congerdesign auf pixabay

Was heißt eigentlich regional?

„Regional“ für sich genommen kann alles oder auch nichts bedeutet. Der Begriff ist nirgends eindeutig festgelegt – er suggeriert lediglich eine bestimmte Nähe, die emotional als „gut und richtig“ empfunden wird. Regionalität kann in verschiedenen Dimensionen gemessen werden: als Entfernung in Kilometer, politische Grenzen oder als Solidarität zu Land, Region oder BäuerInnen. Das macht die objektive Darstellung einer Region bzw. eines Produktes, das einer bestimmten Definition von „regional“ entsprechen soll sehr schwierig. "Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind nur mit Bio untrennbar verbunden", informiert die BIO AUSTRIA die hervorhebt, dass der Faktor Qualität aktuell beim Regionalbegriff keine Rolle spielt.

Bei einer rein geografischen Betrachtung wird mit kurzen Transportwegen im Sinne einer geringeren CO2-Verursachung argumentiert.

Eine AMA-Studie aus 2007 vergleicht die CO2-Belastung einzelner Lebensmittel. Weintrauben aus Chile schlagen mit 7,5 kg CO2 pro Kilo Frucht alles andere. Beim Apfel aus Südafrika sind es „nur“ 263 Gramm, gegenüber dem steirischen Apfel mit 22 Gramm. Eine Grobe Berechnung aus der Studie zeigt, dass insgesamt dennoch nur eine kleine Menge eingespart werden kann: Wenn alle Österreicher die Hälfte ihres Essens durch regionales ersetzen , werden 580.000 Tonnen CO2 eingespart, das sind pro Kopf 0,07 Tonnen pro Jahr und bei einem Durchschnittsausstoß von 11 Tonnen nur 0,6 % !

Bezieht man die Produktionsform in die Bewertung ein, muss klar zwischen konventionell und Bio unterschieden werden.

Biologische Landwirtschaft hat in dieser Hinsicht alleine aufgrund des Verzichts auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie Kunstdünger durchwegs große Vorteile im Bereich klimaschädlicher Emissionen. Denn gerade die Erzeugung von stickstoffhaltigem Kunstdünger schlägt unter anderem durch den hohen Lachgasausstoß massiv zu Buche. Lachgas (N2O) ist rund 300 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid.

Bei BIO AUSTRIA-Betrieben kommen Futtermittel und organischer Dünger in erster Linie vom eigenen Hof. Zukäufe bei Futtermittel werden nach dem „Regional-Modell BIO AUSTRIA“ abgewickelt. Das bedeutet, dass regionale Ware immer bevorzugt verwendet wird. Regionalität muss den gesamten Herstellprozess betreffen.

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