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Ragweed bekämpfen

Ragweed ist ein Unkraut der Super­lative: Es gefährdet die Gesundheit und verursacht allein in Österreich einen volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als 100 Mio Euro pro Jahr. Was Sie dagegen tun können.

Blühende Ragweedpflanze Reisinger

Ragweed stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar. Die Pollenkörner von Ragweed sind besonders starke Allergie-Auslöser. Aufgrund des späten Blühbeginns (Mitte Juli bis Mitte August) wird die Pollensaison bis in den Oktober hinein verlängert. Die Zahl der Allergiker steigt kontinuierlich. Ragweed-Pollen lösen Heuschnupfen, Bindehautentzündungen, Bronchitis mit Husten, Atemnot und sogar allergisches Asthma aus.

In der Landwirtschaft stellt Ragweed besonders in Ackerkulturen, die im Herbst geerntet werden, ein wachsendes Problem dar. Betroffen sind Sonnenblume, Soja, Mais, Ölkürbis, Zuckerrübe, z.T. Kartoffel.
Ertragseinbußen von 60 % bei Mais, 70 % Ernteverluste bei Ölkürbis und bis zu 85 % weniger Sojabohne - diese Bilanz verdeutlicht, dass Ragweed auch dielandwirtschaftliche Produktion bedroht.

Die Pflanze ist schwierig zu bekämpfen, weil sie ein Überlebenskünstler ist. Sie verträgt beinahe jeden Boden und ihre Samen sind 40 Jahre lang keimfähig. Eine Bekämpfung ist wichtig, weil jede einzelne Ragweed-Pflanze bis zu 20.000 Samen bilden kann, die dann in den nächsten Jahren austreiben und so zur rasanten Ausbreitung und zur Erhöhung der Gesundheitsbelastung beitragen.

Was können Sie tun, um Ragweed zu bekämpfen?

  • Ragweed kann sich nicht aus unbewurzelten Pflanzenteilen regenerieren. Daher ist es das Beste, die Pflanze so früh wie möglich mit der Wurzel auszureißen.
    Dabei sollten Handschuhe getragen werden (mögliche allergische Reaktion bei Hautkontakt).
  • Wenn die Pflanzen bereits blühen, sollte man sich durch eine Atemmaske vor dem Pollen schützen.
  • Ragweed, das vor der Blüte (bis Ende Juli) ausgerissen wurde kann man einfach im Biomüll bzw. auf dem Komposthaufen entsorgen.
    Die ausgerissenen Pflanzen vertrocknen lassen!
  • Pflanzen, die ab der Blütezeit (August bis Oktober) ausgerissen wurden, müssen nachhaltig vernichtet werden, da die Samen nachreifen könnten.
    Daher sind solche Pflanzen zu verbrennen bzw. im Restmüll zu entsorgen.

Darüber hinaus können Sie Ragweed-Funde auf einer Internetseite melden: www.ragweedfinder.at wird von der Medizinischen Universität Wien betrieben. Die Meldung kann z. B. Smartphone, Laptop  oder Computer erfolgen. Der „Ragweedfinder“ unterstützt dabei, die Pflanze zu erkennen. Es werden Angaben zum Fundort und zur geschätzten Anzahl der Pflanzen eingetragen, ein Foto hochgeladen und die Standortdaten mittels GPS festgestellt.
Hinweis: Fremde Grundstücke dürfen nur mit Zustimmung der Grundeigentümer betreten werden! In manchen Bereichen ist fotografieren verboten, z. B. bei militärischen Einrichtungen.

Das Burgenland ist Vorreiter bei der Ragweedbekämpfung. Meldungen, die das Burgenland betreffen, werden vom Ragweedfinder an die Koordinierungsstelle der Landesregierung weitergeleitet. Diese informiert
die Grundeigentümer, dass auf ihrem Grundstück Ragweed gefunden wurde und schlägt geeignete Bekämpfungsmaßnahmen vor, die von den Grundeigentümern durchgeführt werden sollen.

Im Handbuch für Gartenbesitzer*innen, Gemeinden und Straßenerhalter finden Sie darüber hinaus weitere hilfreichen Informationen und Bilder zu Erkennung von Ragweed.

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