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Guthaben, das Gutes tut: erstes Gemein­wohl­konto

Genossenschaft für Gemeinwohl und Umweltcenter starten mit Kooperation gemeinsam durch.

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v.l. Johannes Gutmann, Sonnentor; Dr. Hubert Pupeter, Umweltcenter; Mag. Kristina Proksch, Umweltcenter; DI Fritz Fessler, GfG; Christian Felber, GfG Foto: Genossenschaft für Gemeinwohl

Die Genossenschaft für Gemeinwohl (GfG) hat seit der Ablehnung der Banklizenz durch  die Finanzmarktaufsicht (FMA) intensiv an einer Neuausrichtung gearbeitet. Mit der eigenen Plattform „Geldwirtschaft für Gemeinwohl“ setzt sie neben der Entwicklung lizenzfreier Aktivitäten nun verstärkt auf Kooperationen, um ethische Finanzdienst-leistungen österreichweit anzubieten. In Kooperation mit dem Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen (OÖ) ist es gelungen, den ersten Meilenstein umzusetzen: das Gemeinwohlkonto für Mitglieder.

„Wir sind sehr stolz mit dem Umweltcenter einen Bankpartner gefunden zu haben, der  unsere Werte lebt – das war Voraussetzung für eine Kooperation. Die Tatsache, unseren 5.000 Mitgliedern das langersehnte Gemeinwohlkonto anbieten zu können, ist ein wichtiger Meilenstein für uns“, betont DI Fritz Fessler, Vorstand der Genossenschaft für Gemeinwohl im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. „Das Gemeinwohlkonto kann aber natürlich jede bzw. jeder eröffnen, Voraussetzung ist nur eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft für Gemeinwohl“, ergänzt Fessler. Mit dem Angebot des ersten österreichischen Gemeinwohl-kontos will die Genossenschaft weiter wachsen, die Anzahl der Mitglieder erhöhen und mit gemeinsamer Kraft weitere ethische Finanzdienstleistungen in Österreich etablieren.

Gemeinwohlidee mit Umweltfokus
„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele – Das Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist heute aktueller denn je. Wir verbinden seit der Gründung des Umweltcenters vor sieben Jahren das traditionelle Bankgeschäft mit Raiffeisens vorausschauender Gemeinwohlidee und unserer Vision einer Umweltbank“, erklärt Dr. Hubert Pupeter, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Gunskirchen und Gründer des Umweltcenters. „Wir wollen mit dem Geld, das uns unsere Kunden anvertrauen, ökologisch, sozial und trotzdem ökonomisch wirtschaften“, so Pupeter weiter. Mit dem veranlagten Geld finanziert das Umweltcenter ausschließlich ökologische, soziale und nachhaltige Projekte. Die Schwerpunkte der Banktätigkeit des Umweltcenters liegen in den Bereichen des ökologischen Bauens und Sanierens, der „Erneuerbaren Energie-Nutzung“, E-Mobilität, ökologischer und biologischer Land- und Forstwirtschaft, Recycling und umweltfreundlicher Abfallwirtschaft, Schadstoffverringerung und -beseitigung sowie einer nachhaltigen Wirtschaftsweise bei der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Unternehmen, Menschen und Organisationen, die gemäß der UN Sustainable Development Goals (SDG) eine nachhaltige Entwicklung insbesondere durch umwelt- und sozialverträgliches Wirtschaften fördern, und so zum Gemeinwohl beitragen. Um die Umsetzung dieser Umweltgarantie sicherzustellen und dabei die größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, werden sämtliche im Umweltcenter veranlagten Gelder in einem eigenen Rechnungskreis dargestellt und somit vom übrigen Bankgeschäft der Raiffeisenbank Gunskirchen vollständig getrennt. „Wir haben uns im Rahmen unserer Umweltgarantie dazu verpflichtet, jeden eingelegten Euro in Umweltprojekte zu investieren. Um diesem selbstauferlegten Anspruch gerecht zu werden, und weiter als Treiber für nachhaltige und ethische Investitionen zu fungieren, sind wir ständig auf der Suche nach neuen, interessanten Projekten und Kooperationen. Es freut mich sehr, dass wir jetzt mit der Kooperation mit der Genossenschaft für Gemeinwohl unsere ethischen und sozialen Aktivitäten ausweiten“, so Pupeter weiter. „Wir sind überzeugt vom Miteinander, denn gemeinsam können wir Großes bewirken. Mit jedem Gemeinwohlkonto und jedem angelegten Euro finanzieren wir Projekte, die das Gemeinwohl fördern und damit ein echter Gewinn für alle sind“, heben Fessler und Pupeter hervor.

Das Gemeinwohlkonto: Guthaben, das Gutes tut
Das Gemeinwohlkonto stellt eine ethische Alternative zu den bestehenden Girokonten am Markt dar. Mit der Umweltgarantie gibt es die Verpflichtung, dass die Anlagegelder ausschließlich für Finanzierungen und Investitionen in ökologische und soziale Projekte verwendet werden. Neben der strengen gesetzlichen Bankprüfung wird die Einhaltung der der Umweltgarantie einmal jährlich von einem externen Wirtschaftsprüfer kontrolliert. Das Ergebnis der Überprüfung sowie eine Übersicht der Projekte werden im Newsletter und auf der Homepage des Umweltcenters unter www.umweltcenter.at veröffentlicht. „Die Umweltgarantie entspricht zur Gänze unseren Gemeinwohlkriterien. Das hat die Gemeinwohlprüfung durch unsere Mitglieder ergeben“, betont Vorstand Fritz Fessler.

Details zum Gemeinwohlkonto
Das Gemeinwohlkonto (mit Bankomat- und optional Kreditkarte) dient dem Zahlungsverkehr von Privat- und Geschäftskunden. Das Konto kann vor Ort beim Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen oder online über die Website www.gemeinwohlkonto.at und mittels Post-Ident-Verfahren rasch und sehr einfach eröffnet werden. Ein- und Auszahlungen können österreichweit in allen Filialen der Raiffeisenbanken-Gruppe getätigt werden. Das Konto ist ein reines Guthabenkonto, da sonst bankseitig die ethische Mittelverwendung gemäß der Umweltgarantie nicht mehr gewährleistet wäre. Voraussetzung für das Eröffnen eines Gemeinwohlkontos ist die Mitgliedschaft bei der Genossenschaft für Gemeinwohl. „Wir vom Umweltcenter unterstützen das Gemeinwohl und haben für die Kontoinhaber des Gemeinwohlkontos die Kontoführungsgebühren um 1 Euro reduziert“, erklärt Mag. Kristina Proksch, Leiterin Umweltcenter. „Mit der Einführung des Gemeinwohlkontos sind wir unserer Mission, das Geld soll wieder den Menschen dienen und vom Zweck zum Mittel werden, ein Stückchen näher gekommen“, freut sich Fritz Fessler über diesen Meilenstein.

Gemeinwohl-Ökonomie als Zukunftsmodell
Christian Felber hat das Projekt 2010 gemeinsam mit der heute internationalen Gemeinwohl-Ökonomie initiiert. „Die Genossenschaft für Gemeinwohl setzt die Werte der Gemeinwohl-Ökonomie im Geld- und Finanzsystem um. Die Gemeinwohlprüfung ist aus der Gemeinwohlbilanz, dem Herzstück der Gemeinwohl-Ökonomie, abgeleitet. Mit dem Gemeinwohlkonto ist uns ein weiterer „Lückenschluss“ gelungen. Als nächstes arbeiten wir an der Zusammenführung von Gemeinwohlbilanz und Gemeinwohlkredit: Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein vollständiges und schlüssiges Zukunftsmodell, in dem alle ökonomischen Aktivitäten auf die Erfüllung gesellschaftlicher Grundwerte ausgerichtet sind“, so der Projektgründer und aktuelle stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

Prominenter Unterstützer                                
Mit Johannes Gutmann, Geschäftsführer von Sonnentor, hat die Genossenschaft für Gemeinwohl einen prominenten Unterstützer und das bereits seit Beginn: „Für SONNENTOR ist es stets wichtig zu zeigen: Es geht auch anders! Das gilt für die Landwirtschaft, im Finanzwesen und in der Wirtschaft insgesamt. So war es beim Start der Genossenschaft für Gemeinwohl selbstverständlich, hier als Unterstützer an Board zu kommen. Deren Grundsatz, dass das Geld für die Menschen da ist und nicht umgekehrt, teile ich voll und ganz. Jetzt ist es soweit und ich darf mein erstes Gemeinwohlkonto eröffnen. Endlich bin ich mir sicher, ethische Finanzdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Da wächst die Freude!“ 

Über die Genossenschaft für Gemeinwohl:
Die 2014 gegründete Genossenschaft ist eine Plattform für gemeinwohlorientierte Menschen rund um das Thema Geld und Finanzen. Sie umfasst derzeit über 5.000 Mitglieder. Die Plattform agiert im Dreiklang der „Geldwirtschaft für Gemeinwohl“ mit den beiden anderen Bereichen, „Akademie für Gemeinwohl“ und „Politik für Gemeinwohl“. Weitere Informationen finden Sie hier.

Über das Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen:
Mit der Gründung des Umweltcenters im Jahr 2012 legte die Raiffeisenbank Gunskirchen als regional stark verankerte und eigenständige Genossenschafts-bank, den Fokus auf soziale, ökologische und nachhaltige Finanzierungen und Veranlagungen. Die vom Umweltcenter finanzierten Projekte reichen vom ökosozialen Wohnbau über Biomasse, Recycling, Windkraft und die Errichtung von Photovoltaikanlagen bis hin zur Null-Prozent-Finanzierung für E-Autos oder ökologisches Bauen. Bis zum 31.12.2018 sind 34,48 Mio. Euro in nachhaltige und ökologische Projekte investiert worden. Mit nachhaltigen Umwelt-Sparbüchern, Umwelt-Konten und Anlageprodukten wie den Sonnenbausteinen sowie zahlreichen institutionellen Anlegern und Partnern erreichte das Umweltcenter im vergangenen Geschäftsjahr 2018 ein Gesamtvolumen von 75,15 Mio. Euro. Die Raiffeisenbank Gunskirchen beschäftigt aktuell 52 Mitarbeiter in fünf Bankstellen, wovon sechs Mitarbeiter im Umweltcenter tätig sind. Weitere Informationen unter www.umweltcenter.at

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