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Ja! Natürlich Bio-Reis aus dem Burgenland

Erwin Unger und Erich Leyrer kultivieren in der Region Neusiedler See-Seewinkel Bio-Reis. Mittlerweile gedeihen hier drei Sorten – weißer, schwarzer und roter Bio-Reis.

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JA! Natürlich

Es hat mehrere Jahre gedauert, bis es Erwin Unger aus Wallern und Erich Leyrer aus Pamhagen geschafft haben, in der pannonischen Klimazone der Region Neusiedler See-Seewinkel Bio-Reis zu kultivieren. Doch mittlerweile gedeihen hier drei Sorten – weißer, schwarzer und roter Bio-Reis.

Heimischer Bio-Reis ist eine exotische Kultur hier in Österreich. Obwohl bereits in den 1860er Jahren im ausgetrockneten Neusiedler See mit Reisanbau experimentiert worden ist, gab es zu Beginn des Anbau-Experiments der Bio-Bauern Unger und Leyrer keinerlei Erfahrungswerte. Die pannonischen Reispflanzen von Erwin Unger wurden im Glashaus vorgetrieben, bevor sie Anfang Mai am Feld ausgepflanzt wurden. Die Ergebnisse seiner Anstrengungen der letzten Jahre sind roter und schwarzer heimischer Bio-Reis, der auf einigen Hektar angebaut wurde. Der weiße Bio-Reis von Erich Leyrer wurde nicht im Glashaus aufgezogen, sondern gleich gesät, brachte aber leider keine ergiebige Ernte.

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Reis-Bauer Erwin Unger bei der Arbeit am Feld im Burgenländischen Seewinkel. Foto: Ja! Natürlich

„Wenn wir es nicht ausprobieren, verpassen wir die Chance herauszufinden, ob es funktioniert“, steht Dr. Andreas Steidl, Direktor des Qualitätsmanagements bei Ja! Natürlich von Anfang an voll hinter diesem ambitionierten Projekt. Denn es ist alles andere als einfach, eine Diva wie die Reispflanze in unseren Breitengraden zu kultivieren.

Viele Parameter müssen stimmen, damit am Ende aller Mühen die Ernte erfolgreich ausfällt und auch nach der Verarbeitung des Trocknens, Schälens und Polierens der Reis nicht bricht: Von den Bodenbedingungen, der Wasser- und Nährstoffversorgung bis zur speziellen Unkrautproblematik müssen viele Hürden überwunden werden. Und dann natürlich die Temperaturen und der Niederschlag als die großen Unbekannten – die vegetativen Phasen brauchen ausreichend Feuchtigkeit, während es in der Ausreifung trocken sein soll. Die Nächte dürfen nicht zu kalt sein, der Sommer soll Regen bringen und der Herbst nicht allzu kühl sein

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Reis im Trockenanbau, Burgenland. Bild: Ja!Natürlich Reispflanzen auf trockenem Boden.

Bio-Reis in Trockenanbau zu kultivieren fordert die zusätzliche Mühsal, denn die Wasserflutung, wie sie in Asien und in Italien üblich ist, würde weitaus effizienter das Unkraut eindämmen. „Das verursacht allerdings auch eine große Menge an Methangas“, so Erwin Unger. Viel Handarbeit in hunderten Arbeitsstunden ist also notwendig, um das Unkraut aus dem Boden zu hacken. Nur so wird man dem Wildwuchs Herr – natürlich ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel.

Warum tut man es sich an, landwirtschaftliche Projekte auszuprobieren und umzusetzen, an die andere nicht einmal zu denken wagen? „Wir wollten zeigen, dass auch in Österreich Reisproduktion möglich ist. Das Klima im Seewinkel macht‘s möglich!“, bringt Erich Leyrer die Herausforderungen auf den Punkt. 

Dahinter steht freilich neben dem großen Aufwand ebenso das Risiko zu scheitern. Der dauerhafte, verlässliche Wind in der Nationalparkregion Neusiedler See-Seewinkel ist dabei für einen erfolgreichen Verlauf durchaus hilfreich. So werden Schädlingsaufkommen und Pilzkrankheiten dezimiert, wenn die Pflanzen immer gut durchlüftet sind.

Im April beginnt der Reisanbau, durch Aussaat oder Pflanzung. Im Mai sind 6 – 8 Hackdurchgänge notwendig und 15 – 20 Bewässerungsdurchgänge – Reispflanzen brauchen viel Feuchtigkeit. Ende Oktober, je nach Witterung, erfolgt die Ernte.

Drei Sorten Reis aus Österreich

Geschmacklich sticht vor allem der rote Vollkornreis hervor, der sich durch sein kräftiges nussiges Aroma auszeichnet. Er stammt ursprünglich aus Indien und passt gut zu Fleisch, Fisch, Geflügel und mediterranen oder fernöstlichen Gerichten. Der schwarze Vollkornreis stammt ursprünglich aus China und Italien und schmeckt süßlich nussig. Beide Vollkornreissorten benötigen eine etwas längere Kochzeit von ca. 45 Minuten und ca. 2-2 ½ Mal so viel Wasser wie herkömmlicher Reis.

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