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Grüne Pfoten - wie ökologisch ist das Haustier?

Haustiere sind in Österreich beliebt. Rund 1,5 Millionen Katzen und 581 Hunde sollen in den Haushalten leben. Siend sie eine wertvolle Bereicherung für den Menschen oder heizt ihr ökologischer Fußabdruck das Klima zusätzlich an?

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Foto und Grafik: Liga Graphic Design

Katzen und Hunde sind in Österreich eindeutig die beliebtesten Haustiere, gefolgt von Fischen, Vögeln, Zwerghasen, Meerschweinchen, Goldhamstern und Mäusen. Durchschnittlich 70 Euro pro Monat geben Tierbesitzer laut Statistik Austria für Futter und Haustierbedarf aus, für Tierarzt, Tierpension, Hundesalon oder die Einstellung eines Pferdes kommt noch einiges dazu. Der Zeitaufwand für Fütterung und Pflege beträgt im Schnitt 45 Minuten pro Tag. Haustiere sind den Menschen etwas wert, für viele sind sie wie ein Familienmitglied. Immer wieder wurde sogar behauptet, dass Besitzer von Haustieren gesünder seien, weil sie mit ihrem Hund mehrmals täglich und bei jedem Wetter "Gassi gehen" und die Psyche vom Kontakt mit einem Tier profitiert. Wie wichtig den Menschen ihre Haustiere sind, merkt man auch in den sozialen Medien, die bekanntlich voller Katzenfotos sind.

Ökologischer Pfotenabdruck

Kein Wunder also, dass ein Sturm der Entrüstung losgebrochen ist, als die britischen Architekten Brenda und Robert Vale im Jahr 2009 in ihrem Buch "Time to Eat the Dog? The Real Guide to Sustainable Living" die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck von Haustieren stellten. Die Aufregung entzündete sich vor allem an der Berechnung, die die Autoren anstellten: Ein mittelgroßer Hund hätte einen doppelt so großen ökologischen Fußabdruck wie ein SUV, der im Jahr 10.000 Kilometer gefahren wird. Man solle deshalb lieber "essbare" Haustiere halten, wie Hühner, Kaninchen oder Schweine, empfehlen die Vales.

Tom Moriarty, Wissenschaftler am National Renewable Energy Laboratory der US-Regierung, machte sich die Mühe, das nachzurechnen, und er schreibt in seinem Blog "Climate Sanity", dass sich die Vales um den Faktor 20 verrechnet hätten. Die Fläche, die man benötige, um einen Hund zu füttern, sei nicht doppelt so groß wie jene für den SUV, sondern zehn Mal kleiner.

Bereits im Jahr 2008 hatte die Firma ClimatePartner im Auftrag der Website utopia.de berechnet, wieviel CO2 ein Haustier verursache. Als Fallbeispiele wurden Hund, Katze, Meerschweinchen, Zierfisch und Kanarienvogel gewählt. Die Ergebnisse sind im ersten Moment schockierend: Die 4 Kilo schwere Hauskatze Filly verursache durch Futter, Futterverpackung, Katzenstreu und Reinigung des Katzenkisterls "pro Jahr einen CO2-Ausstoß von fast einer Tonne". Zum Vergleich: Ein Kleinwagen, der im Jahr 10.000 Kilometer gefahren wird, verursacht etwa 1,14 Tonnen CO2. Der Haken liegt allerdings in den Annahmen von ClimatePartner: "Filly bekommt von ihrer Besitzerin pro Tag eine Dose Nassfutter (400 g) und eine Schale Trockenfutter (80 g, Mengenangaben jeweils Empfehlung des Herstellers)." Eine 4 Kilo schwere Katze, die so viel frisst, sei in Kürze ein Fall für den Tierarzt, kommentierten Leser. Ein Viertel davon würde wahrscheinlich reichen....

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Autorin: SONJA BETTEL

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