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ArtistInnen

„Leben & leben lassen!“ war das Motto der diesjährigen Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz im Pielachtal. Hochkarätige ReferentInnen trafen auf ein engagiertes Publikum. Natürlich war auch die LEBENSART mit dabei.
artisten201006
Josef Riegler, Otto Hugentobler und Marin Netzer sprachen zum Thema "Wie kann Lebensqualität in der Region gelingen".
Josef Riegler,
Präsident des Ökosozialen Forums, Landwirtschaftsminister und Vizekanzler a.D.
Die Zukunft Europas liegt wesentlich in der Zukunft seiner Regionen. Regionalisierung ist der natürliche Ausgleich zur Globalisierung. Gigantomanie bewirkt Sehnsucht nach Nähe, Überschaubarkeit und Mitgestaltung. Der Konzentrationsstrategie der Konzerne müssen wir die Kooperationsstrategie der Regionen entgegensetzen. Das bedeutet konkret, die wirtschaftlichen Kreisläufe in der Region durch kluge Kooperationen zu stärken und die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen um Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Es braucht eine intakte Landwirtschaft, eine aktive Dorfgemeinschaft, eine gelebte eigenständige Kultur und Gemeinschaftsleben.
Otto Hugentobler
Architekt und Kantonsbaumeister von Appenzell Ausserrhoden, Schweiz

Seit Anfang der 1990er Jahre ging in Urnäsch ein großer Teil der damals vorhandenen Arbeitsplätze verloren und zusätzlich wanderten Arbeitskräfte ab. Im Dorf wurde es immer stiller. Das wollte der Gemeinderat nicht einfach hinnehmen. Urnäsch hatte aufgrund der gepflegten Kulturlandschaft, der intakten Natur, des gelebten Brauchtums, seines umfangreichen Verkehrsangebotes sowie des breiten Gastronomie gute Voraussetzungen zum Ferienort für Familien zu werden. Ein Ferienzentrum mit 50 Wohnung und starkem Bezug zur Landwirtschaft wurde realisiert. Obwohl alle wussten, dass sich nun viel im Dorf verändern würde, haben die Einwohner mit 75% dem Projekt zugestimmt und sich zusätzlich mit Aktienkäufen auch materiell beteiligt. Mit dem Wissen um und Stolz auf die eigenen Werte wurde ein Quantensprung in der Entwicklung geschafft.
Martin Netzer
Bürgermeister der Gemeinde Gaschurn, Vorarlberg

Der Tourismus ist für das Montafon eine der wichtigsten Einnahmequellen und er profitiert von der Natur- und Kulturlandschaft, die durch unsere Landwirte bewirtschaftet wird. Seit 2006 sind wir bemüht das Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Tourismusbetrieben zu verstärken. Zwei Vereine, die Wirtschaftsgemeinschaft Hochmontafon und Bewusstmontafon wurden gegründet. Der talweite Verein Bewusstmontafon hat zwei besondere Produkte entwickelt: Den Montafoner Sura Kees im neuen Outfit, der mittlerweile bei Slow Food als Arche-Produkt gelistet ist, und das Montafoner Genusskistle, das Banken, Unternehmen und Private gerne als einzigartige Geschenksidee und Gäste al Mitbringsel nutzen. Als Schlüssel zum Erfolg sehen wir das gemeinsame Tun, das Bewusstmachen der erreichten Ziele, vor allem jedoch der Nutzen, der für alle erkenn- und spürbar sein muss.

Autorin: Roswitha Reisinger


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