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Zu jung, um alt zu sein

Editorial von Annemarie Herzog

50 Jahre – ein großer Teil meines Freundes- und Kollegenkreises hat diese magische Grenze bereits überschritten. 50+ - nun zählen wir, die Kinder der Popkultur, plötzlich nicht mehr zu den Jungen. Dabei sind wir selbst doch überzeugt davon, dass wir mindestens zehn Jahre jünger aussehen und unsere Leistungsfähigkeit der von zwanzig Jahre Jüngeren um nichts nachsteht. Wir haben unseren Platz im Leben gefunden, leben selbstbestimmt, mit oder ohne Paarbeziehung, die Kinder sind erwachsen und beruflich haben die meisten von uns – wahrscheinlich als einzige Generation jemals – die Chance wahrgenommen, Beruf mit Freude und Leidenschaft zu verbinden und das zu tun, wofür wir im Innersten brennen.

Das ist unser Selbstbild. Wenn da nicht dieses verflixte Datum in der Geburtsurkunde wäre – für uns spielte das Alter keine Rolle. Demgegenüber steht jedoch das Bild, das von Wirtschaft und Medien gezeichnet wird. Von der Generation 50+ ist da die Rede, davon, dass sie nicht mehr so flexibel einsetzbar sei, anfälliger für Krankheiten, mit sichtbaren Spuren gelebten Lebens im Gesicht. Die Wirtschaft tut sich schwer damit, das Potenzial der reiferen Menschen als Mitarbeiter zu erkennen, und schickt sie lieber so früh wie möglich ins Ausgedinge. Ihr Potenzial als zahlungskräftige Kunden nutzt sie jedoch gern.

Wir haben die Aussicht, auch nach Antritt der Pension noch 20, 25 oder mehr Jahre zu leben. In dieser Zeit geht es nicht mehr darum, materielle Güter anzuhäufen, sondern aus dem Pool der erworbenen Fähigkeiten zu schöpfen, aktiv zur Gestaltung der Gesellschaft beizutragen und vor allem eine positive, lebensbejahende Einstellung zu bewahren.

Wie das Leben für Senioren in Zukunft aussehen wird und was sie für einen gelungenen Start in diese Lebensphase tun können, lesen Sie in unserer Coverstory „Für immer jung“.
 

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