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Editorial von Annemarie Herzog

Warum Sie die wilden Kräuter aus Flur und Wald unbedingt kosten sollten.
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Herfert

Haben Sie schon einmal Brennnesselspinat gegessen? Oder eine Frühlingskräutersuppe mit Sauerampfer, Giersch und Gundelrebe? Die erste Frühlingskräutersuppe meines Lebens hat meine Geschmacksnerven nachhaltig geprägt. Ihre zarte Schärfe, gepaart mit einer leicht herben Note ist mir noch immer in Erinnerung.

Kräuter haben etwas Magisches. Dass sich ihrem Zauber kaum jemand entziehen kann, zeigt sich in den letzten Wochen auch in der Redaktion. Die Ideen zu den „Wilden Kräutern“, dem Schwerpunkt dieser Ausgabe, sprudelten reichlich, die Diskussionen verliefen leidenschaftlich und mit Begeisterung. Und der Glanz in den Augen der Diskutanten stammte nicht vom Genuss gewisser einschlägig wirkender Kräuter. Da wurde im eigenen Erfahrungsschatz gekramt, es kamen Anekdoten auf den Tisch und gute Tipps für den Umgang mit den wilden Gewächsen, die selbst so gar nicht um Aufmerksamkeit buhlen. Sie gedeihen zumeist in vielfältiger Gesellschaft und blühen unscheinbar.

Das Erfahrungswissen über die heilende Wirkung von Kräutern ist nicht vergessen. Es wird von Kräuterkundigen weitergetragen und selbst von Medizinern aufgegriffen. Es macht ein Stück unabhängiger, wenn man weiß, welches Kraut gegen das momentane Leiden gewachsen ist und womit man die Ernährung bereichern kann, um die Gesundheit zu stärken.

All diese Vielfalt, die die Natur uns bietet, ist ein wertvolles Gut. Da sind Schätze, auf die wir schauen müssen, damit sie uns nicht verloren gehen. Und dazu brauchen wir wahrlich kein CETA, kein TTIP, wir brauchen auch kein Glyphosat und keine Patente auf Pflanzen, die Kleinbauern und Züchter in Fesseln legen und unsere Vielfalt bedrohen.

Einen duftenden Kräutersommer wünscht Ihnen

Annemarie Herzog, Chefredakteurin LEBENSART

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