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Editorial von Annemarie Herzog

Von Smoothietrends und Gemüseplantagen auf dem Dach.

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Herfert

Wenn’s um gesundes Essen geht, landet die Diskussion über kurz oder lang beim … Mixer! ER ist das neue Kultobjekt. Hat man früher seinen Besuchern stolz das flachste Fernsehgerät präsentiert, ist es jetzt der leistungsstärkste Mixer mit sechs – oder mehr - Messern, damit er auch faserige Wildkräuterstängel zermalmen kann. Wir befinden uns mitten in der Ära der grünen Smoothies. Salat, Gurke und Kräuter werden nicht mehr gekaut, sondern gemixt und getrunken. Weil das so gesund ist. Alte Regeln vom Einspeicheln der Nahrung und so haben keine Priorität. Derzeit. Das kann sich aber schnell ändern. Denn jede Zeit hat ihren Trend, und der Smoothie-Trend weicht gerade dem der Suppen. Suppen seien einfach leichter verdaulich und man komme weniger in Versuchung, den Trank mit süßen Früchten aufzupeppen. Ob in Zukunft wohl der große Kochtopf als Zeichen eines hippen Haushaltes den prominentesten Platz in der Küche einnimmt? Welche Ernährungstrends werden unser Essen  morgen bestimmen?

Wo wir all das gesunde Essen anbauen werden, ist eine andere Frage. Zum Glück sind wir in Österreich mit fruchtbaren Böden gesegnet. Unsere Pflanzen wurzeln noch großteils in Erde, haben den Regen gespürt und die Sonne gesehen. Wussten Sie übrigens, dass ein Quadratmeter Ackerboden etwa fünf Euro kostet, aber für einen Quadratmeter Baugrund das Zehn- bis Hundertfache gezahlt wird? Wertvoller Ackerboden wird durch die Umwidmung in Bauland „aufgewertet“. Dafür ringen dann kluge Köpfe mit viel Mühe und Geld der zubetonierten Stadt Lebensmittel ab.
In dicht verbauten Städten macht es allerdings tatsächlich Sinn, wenn Gemüse auf Hochhäusern wächst und Salat im Fischbecken wurzelt.

Herzlichst

Annemarie Herzog, Chefredakteurin LEBENSART

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