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Wärmepumpe

Erdwärmepumpen sind beliebt. Den Stromverbrauch darf man jedoch nicht außer Acht lassen.

Wärmepumpen sind Anlagen, die einem Medium (Luft, Wasser, Erde) Wärme entziehen und mit einem Kompressor auf ein höheres Niveau heben. Energiesparend, kostengünstig, zukunftssicher und umweltschonend – versprechen die Hersteller. Schaut man sich die Wunderwerke der Heiztechnik genauer an, schaut das Ganze dann doch etwas anders aus.

Tipp 1: Wärmepumpen faszinieren auf den ersten Blick. Das flüsterleise Gerät ist in etwa so groß wie ein Kühlschrank, entzieht der Luft, dem Wasser oder der Erde Wärme und leitet sie in ein Heizsystem. Ein Kompressor bringt diese niedrige Umweltwärme auf ein höheres Niveau. Kein Brennstofflager, keine Staubbelastung, kein Feuer, keine Asche, kein Kamin, keine schädlichen Emissionen, fast kein Wartungsaufwand, bequem zu bedienen. Schauen Sie sich auch an, was hinter diesem technischen Wunderwerk steckt.

Tipp 2: Die Wärmepumpe wird mit Strom betrieben. Aus einer Kilowattstunde (kWh) elektrischer Energie, die in die Wärmepumpe fließt, erzeugt diese je nach System zusammen mit der Umweltwärme etwa 2,3 kWh bis 4,5 kWh Heizenergie. Dieser Wert wird Jahresarbeitszahl (JAZ) genannt. Je höher umso besser. Am schlechtesten schneidet bei zahlreichen Untersuchungen die Luftwärmepumpe ab. Erdwärmepumpen erreichen durchaus respektable Werte. Die Effizienz hängt allerdings auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Die hohen Angaben der Hersteller halten dann vielfach dem Praxistest nicht stand.

Tipp 3: Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe muss irgendwo produziert werden. Im Winter, wenn allgemein sehr viel Strom gebraucht wird und die Flüsse wenig Wasser führen, steigt der Anteil an Atomstrom im Mix, Kohle- und Gaskraftwerke werden zugeschaltet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Werden die Transportverluste von rund 30 % berücksichtigt, verschlechtert sich eine JAZ . Man muss auch mit einrechnen, dass der Wirkungsgrad eines bestehenden kalorischen Kraftwerkes, bei dem die Abwärme nicht als Fernwärme genutzt wird, bei rund 40% liegt. Es wird also mehr Energie in die Stromproduktion gesteckt als man im Haushalt mit der Wärmepumpe wieder bekommt.

Tipp 4: Will man mit einer Wärmepumpe kostengünstig heizen, gelten die gleichen Voraussetzungen wie für jedes andere System. Das ist in erster Linie eine sehr gute Wärmedämmung. Ein Einsatz von Wärmepumpen empfiehlt sich erst dann, wenn die Energiekennzahl unter 30 liegt. Dieser Wert ist nur in einem bestens isolierten Haus zu erreichen.

Tipp 5: Eine weitere Voraussetzung ist eine Wand- oder Fußbodenheizung, die mit niedrigen Temperaturen von rund 35 Grad beschickt werden können. Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto effektiver arbeitet die Wärmepumpe. Wer seine Heizkörper mit 60 Grad heißem Wasser von der Wärmepumpe beschicken will, wird sich wohl auch an der Stromrechnung seine Finger verbrennen.

Tipp 6: Moderne Passivhäuser mit hervorragender Wärmedämmung und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung benötigen schon heute nur in geringstem Ausmaß eine zusätzliche Wärmequelle. Hier kann eine Kleinstwärmepumpe ihre Vorteile voll ausspielen. Bei sehr geringen Verbrauchsmengen kann eine Photovoltaikanlage einen Großteil des Strombedarfes decken.

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