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Renovieren mit Contracting

Thermisches Sanieren kostet Geld. Der Umstieg auf Biomasse-Heizung ebenso. Will man sich hohe Investitionen sparen, kann die Auslagerung von Energie-Dienstleistungen ein sinnvolles Finanzierungsmodell sein.

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Die kleine Gemeinde Stein in der Weststeiermark hat kaum 500 Einwohner, einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Keramikwerkstatt. Seit Oktober des vergangenen Jahres wird ein Teil des Ortskernes mit Wärme aus Waldhackgut versorgt. Das Besondere daran: Es handelt sich um ein Nahwärme-Netz, das von einem ortsansässigen Landwirt betrieben wird. „Holzenergie-Contracting“ nennt die Beratungsgesellschaft „Regionalenergie Steiermark“ diese örtlichen Mikronetze. Es gibt inzwischen über 200 Anlagen dieser Art in der Steiermark.

Was ist Contracting?
Energie-Contracting ist ein Geschäftsmodell, bei dem Energiedienstleistungen ausgelagert werden. Dies kann die Lieferung von Raumwärme sein, oder auch die thermische Sanierung von Gebäuden. Die Dienstleistung wird von einem so genannten Contractor geliefert, der für sämtliche Schritte von der Planung über die Finanzierung bis zum laufenden Betrieb und der Wartung verantwortlich ist. Der Contractor gibt Garantien für seine Dienstleistungen ab. Die Maßnahmen werden ganz oder teilweise  durch Energie-Einsparungen finanziert. Es gibt zwei grundsätzliche Arten des Contractings: Anlagen-Contracting – zum Beispiel der Betrieb einer Bioheizanlage und die Lieferung von Wärme an den Kunden – und Einspar-Contracting, bei dem der Contractor Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs des Kunden setzt.

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Drei Gebäude in Graz, mit insgesamt 150 Wohneinheiten, wurden 2001 mit einem Einspar-Contracting-Modell saniert. Energieagentur Graz

Sozialbau als Vorzeigeprojekt
Die Wohnhausanlage Daungasse, Asperngasse, Wagner-Biro-Straße in Graz ist ein typisches Beispiel für einen Sozialwohnbau der 1960er Jahre. Der energetische Zustand war dem Baujahr entsprechend schlecht: Wände und oberste Geschossdecke waren nicht gedämmt, die Fenster lediglich mit Einfachverglasung versehen, die Wohnungen wurden mit Einzelfeueröfen, mit Strom, Kohle, Öl, Holz und Gas beheizt.

Die Finanzierung aller Maßnahmen wäre trotz eines geförderten Landesdarlehens nicht möglich gewesen. Das Contracting-Modell sieht deshalb vor, dass die Einsparungen bei den Betriebs- und Heizkosten zur Refinanzierung der Sanierungsmaßnahmen herangezogen werden. Die Mieter kommen in den Genuss einer Komfortsteigerung ohne dafür eine signifikante Erhöhung der Betriebskosten in Kauf nehmen zu müssen. Ein weiterer Gewinner ist die Umwelt: Die CO2-Einsparungen betragen 405 t pro Jahr.


www.oegut.at
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