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Spiele gegen Langeweile

Lange Autofahrten und Regentage - da ist im Urlaub mit Kindern Phantasie gefragt. Wir stellen Ihnen Spiele vor, bei denen garantiert keine Langeweile aufkommt.

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Foto: Gabriele Pomper Gabriele Pomper

Irina (10) und Stefan (7) haben den Urlaub heuer am Rauschelesee in Kärnten verbracht. Das war ein Abenteuer! Während Papa den See für die reichen Fischgründe schätzt, waren Irina und Stefan kaum aus dem warmen Wasser zu kriegen. 26°C laden ja auch wirklich zum ewigen Planschen und Wasserball spielen ein. Die kurze Schlechtwetterfront war übrigens auch kein Problem: Wenn „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst“ zu langweilig wurde, legten sie ein Okolon und für die Heimfahrt übten sie schon mental das „Koffer packen“.

Mama meint, dieses Spiel fördere die Konzentration und sei eine gute Übung für das Gehirn, man soll ja in den Ferien nicht ganz denkfaul werden. Anfangs war Irina darüber nicht sehr begeistert, aber dann hat sie doch der Ehrgeiz gepackt, alle Utensilien, die sie für den Urlaub so ganz dringend braucht, auch „einzupacken“ und Stefan zu beeindrucken, wie viel sie sich merken kann.

In meinen Koffer packe ich...
Meistens hat Mama begonnen und gesagt: „In meinen Koffer packe ich ... einen Fotoapparat.“ Etwas langweilig, aber Mama meinte immer, das sei doch das Allerwichtigste am Urlaub, dass man sich schöne Erlebnisse auch einprägen und „aufheben“ kann. Stefan als zweiter Spieler musste das wiederholen und einen neuen Gegenstand anführen, z.B. „In meinen Koffer packe ich einen Fotoapparat und eine Badehose.“ So ging es dann reihum, die SpielerInnen müssen sich alle bereits genannten Gegenstände in der richtigen Reihenfolge merken und einen neuen Gegenstand dazu erfinden. Wer einen Gegenstand vergisst oder in der falschen Reihenfolge sagt, scheidet aus; wer gewinnt, hat sich ein Eis verdient! Wenn man die Gegenstände nicht aufzählt, sondern pantomimisch darstellt, wird das Ganze übrigens zu einer echten Herausforderung!

Verflixte 7
Dieses Spiel war für Stefan noch etwas schwer, aber Irina konnte sich mit Mama und Papa messen: Es wird reihum gezählt, sobald die Zahl „sieben“ auftaucht oder eine Zahl, die „sieben“ enthält oder durch sieben teilbar ist, muss man „bum“ oder „aus“ sagen. Wer sich verhaspelt, scheidet aus.

Super war übrigens auch „Tiere raten“. Einer sucht sich ein Tier aus, das er sein will. Dann müssen alle anderen erraten, um welches Tier es sich handelt: z.B. „Hast du Federn?“, „Kannst du schwimmen?“ etc. Die Fragen dürfen nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden und die Herausforderung ist, sich ein Tier auszudenken, das man nicht gleich nach drei Mal nachfragen erraten kann. Einmal hat Stefan am Nachmittag einen Fisch gefangen und beim Abendessen ein Tier beschrieben, das schwimmen kann. Kinderleicht! Dafür hat er dann am nächsten Tag alle verblüfft, denn dass er am Ufer eine grüne Libelle beobachtet hat, war niemand aufgefallen. Das Spiel geht so lange weiter, bis jemand das gesuchte Tier erraten hat. Dieses Kind darf sich dann als Nächstes ein Tier überlegen.

Wie wär's mit einem Okolon?
Diese Spiele sind so einfach, dass man sie auch unterwegs spielen kann, wenn die An- oder Heimreise gerade langweilig wird oder im Gasthaus, wenn man lange auf das Essen warten muss. Einmal hat es aber den ganzen Tag geregnet. Da war es eigentlich auch zu kalt für die geplante Wanderung. Papa hatte aber auch für diesen Fall eine Idee: Wie wär´s mit einem Okolon?
Dieses Spiel hat überhaupt niemand aus der Familie gekannt, aber letztlich waren alle begeistert. Eine alte Zeitung und ein Tisch (oder noch besser, das große Doppelbett im Elternzimmer) genügen zur Vorbereitung. Zuerst wird die Zeitung in ganz kleine Stücke zerrissen. Daraus soll nun ein Tier gelegt werden. Eine Person legt das erste Stück Papier auf, dann reihum die nächste und übernächste usw. Im Lauf des Spiels bildet sich eine Art Tier oder Fabelwesen aus den Papierpuzzles. Während des Spieles darf man sich nicht absprechen und jede Person entscheidet selbst, wo er oder sie das nächste Stückchen anlegt. Zum Schluss wird noch ein Name für das neue Wesen gefunden. Das hat zwar immer wieder für Diskussionen gesorgt, aber es war jedes Mal lustig und im Zweifelsfall wurde einfach eine neue Runde gespielt. Im Urlaub ist einmal ein Dinosaurier, einmal eine Giraffe und ein Mal ein „Zaubertanzmonster“ geworden. Ob es wirklich, wie Papa behauptete, silbrige Federn auf grüner Haut hat und auf der Alm wohnt, wo nur zu Vollmond aus der alten Tanne hervortänzelt?

Spiele, damit du ernst sein kannst! Das Spiel ist ein Ausruhen, und die Menschen bedürfen, da sie nicht immer tätig sein können, des Ausruhens. (Anacharis - aus dem Volk der Skythen)

Autorin: Gabriele Pomper

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