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Warum Städte mehr Wald brauchen

Bis 2050 werden 70 Prozent der Menschen in Städten leben. Das bietet viele Möglichkeiten und neue Zugänge zu Bildung, Kultur und Arbeit. Aber wie steht es um das körperliche und psychische Wohlbefinden? Wird es noch möglich sein, echte Natur zu erleben?

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Pixabay

Mehr als 50 Prozent der weltweiten Bevölkerung lebt heute schon in Städten. Bis zum Jahr 2050 nimmt man an, dass es 70 Prozent sein werden. Auch die Städte selbst werden immer größer: Im Jahr 2014 zählte man weltweit bereits 28 sogenannte Megacities, in denen rund 10 Millionen Menschen zuhause sind. Tokyo hat mit 38 Millionen weltweit die meisten Einwohner, dicht gefolgt von Delhi (25 Millionen) und Shanghai (23 Millionen).

Wälder - die Lunge der Stadt

Die Gesundheit der Städter sieht weniger gut aus: 1,2 Millionen Menschen weltweit sterben jährlich an Luftverschmutzung, 300 Millionen leiden an Depressionen und 7% an Burnout. Rund 60 % aller Krankenstände weltweit sind auf Stress zurückzuführen.

Die Natur  und die Wirkung von Naturkontakt auf uns Menschen steht mittlerweile im Fokus der Wissenschaft. Natur tut gut, fördert unser Wohlbefinden und trägt zu einer gesunden Lebensweise bei. „Vor allem Wälder im städtischen Umfeld können eine große Rolle übernehmen“, meint Dr. Peter Mayer vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW). Gut durchdachte Grünflächen durchziehen die graue Landschaft einer Stadt wie eine Lunge und stellen sicher, dass die Natur auch tatsächlich vor unserer Haustüre liegt. Denn nur so können wir sie aktiv in die Gestaltung unserer Freizeit und unseren Alltag integrieren.

Studien deuten darauf hin, dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Erreichbarkeit von Waldgebieten und der physischen Gesundheit der lokalen Bevölkerung besteht. Besucht man einen Stadtwald nach der Arbeit, so erhöhen sich die positiven Emotionen stärker, als wenn man sich nach der Arbeit im städtischen Umfeld aufhält. Waldgebiete und städtische Parks sind für Kinder und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten reizvoll, um neue soziale Kontakte zu knüpfen.

Spaziergänge oder der Fußweg in die Arbeit durch den nahe gelegenen Park, eine grüne Pause unter Bäumen während des stressigen Büroalltags, regelmäßige sportliche Betätigung, eine generelle aktive Lebensweise. Das alles kann durch solche Grünflächen begünstigt werden. Das wiederum kann so mancher Krankheit vorbeugen, zur Gesundheitsförderung beitragen und nicht zu guter Letzt unser allgemeines Wohlbefinden steigern.

„Wälder in der Stadt sind mit Sicherheit nicht der einzige Weg, gegen Krankheiten vorzubeugen, Wohlbefinden zu steigern oder zu erhalten. Aber regelmäßiger Kontakt mit der Natur und körperliche Aktivität sind ein wichtiger Puzzlestein auf dem Weg zu mehr psychischer Widerstandsfähigkeit: also die Fähigkeit, auch schwierige Situationen bewältigen zu können“, ist sich Peter Mayer, Leiter des BFW, sicher. Denn die Natur, nicht nur in der Stadt, kann uns so manches in Sachen Beständigkeit lehren.

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