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Kaninchen: weißes Fleisch mit grünen Kräutern

Fleisch von biologisch gehaltenen Kaninchen ist gesund, schmackhaft, vielseitig verwendbar und ganz bestimmt eine köstliche Bereicherung des Speisezettels.
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Wer Kaninchenfleisch auf seinen Speisezettel setzen will, sollte unbedingt auf die Herkunft achten. Bei Bio-Fleisch können Sie sicher sein, dass Ihr Kaninchen ein gutes Leben hatte. Babiol

Mögen Sie Paella? Das bekannte spanische Reisgericht wird mit Gemüse, Huhn und Kaninchen zubereitet. Oder wie wäre es mit „Coniglio in umido”, einem italienischem Schmorgericht, bei dem das Kaninchen vom Aroma mediterraner Kräuter  durchtränkt wird? In den Mittelmeerländern ist Kaninchen ein fester Bestandteil der Küche. Vielleicht weil es sich so gut mit den dort reichlich verwendeten Kräutern, mit Olivenöl, Wein und Zitrone verträgt? Kulinarisch gesehen, klingen die Rezepte durchaus verlockend. Viele Menschen haben aber grundsätzliche Vorbehalte gegen Kaninchenfleisch.

Erinnerung an frühere Zeiten
Ein Vorbehalt hat historische Wurzeln: In schlechten Zeiten, während und nach dem Krieg zum Beispiel, hielten die Leute Kaninchen in den Hinterhöfen der Wohnhäuser, in Schrebergärten und sogar auf Dachböden um das knappe Nahrungsangebot aufzubessern. Während des Zweiten Weltkriegs durften Kaninchen in privaten Haushalten in unbeschränkter Zahl gehalten werden, im Gegensatz zu anderen Nutztieren, die den Behörden gemeldet und bei Überschreitung einer gewissen Grenze abgeliefert werden mussten. Andere Fleischarten waren streng rationiert und nur auf Marken bzw. oft genug gar nicht zu haben. Wenn es überhaupt Fleisch gab, dann war es eben meist Kaninchen. Deshalb haben Menschen, die diese Zeit erlebt haben, oft auch heute noch eine Abneigung dagegen.

 

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Kaninchenfleisch ist relativ fettarm, hat wenig Cholesterin, eine günstige Fettsäurenzusammensetzung, einen hohen Gehalt an wertvollem Eiweiß, liefert viele B-Vitamine sowie Eisen, Zink und Selen und es ist leicht verdaulich Fotolia Comugnero Silvana

Aber auch außerhalb von Kriegszeiten war Kaninchen immer das Fleisch der armen Leute, denn die Haltung braucht nur wenig Platz. Man brauchte nicht einmal einen Garten, für das Futter wurden einfach die Straßenböschungen abgemäht. Doch das Image des Kaninchenfleisches ändert sich. Bereits seit etlichen Jahren wird es in der Gastronomie als besonders leichtes, bekömmliches Fleisch angeboten. Wie aber schaut es mit der Haltung aus?

Pionierarbeit für die Kaninchenhaltung
Da fragen wir am besten DI Karl Erlach, Obmann Bio Austria Niederösterreich und Wien, der mit seiner Familie einen Bergbauernhof im Raxgebiet bewirtschaftet. Er ist ein ausgewiesener Experte für Kaninchen und hat viel Entwicklungs- und Aufbauarbeit für eine artgerechte, biologische Kaninchenhaltung geleistet. Diese ist gar nicht so einfach, weil Kaninchen spezifische Ansprüche haben und relativ krankheitsanfällig sind.
Erlach, der sich selbst als „gestandenen Bauern und Tierschützer“ bezeichnet, hat da wahre Pionierarbeit geleistet. An der Bildungsakademie für Biologische Landwirtschaft in Reichenau hat er Versuche mit Stallsystemen gemacht, die artgerechte Haltung mit Wirtschaftlichkeit verbinden und zwar mit Erfolg.

Lesen Sie mehr in der LEBENSART November 2009

 

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