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Heizen mit der Solaranlage

Gerade jene Energie zur Heizung zu nutzen, die sich im Winter besonders rar macht? Ja, denn Tausende Beispiele zeigen, dass es geht

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Austria Solar / Gswb Salzburg

Die Idee dahinter klingt wie die Geschichte der Maus Frederick, die lieber Sonnenstrahlen für die kalten Wintertage sammelt, als sich mit der Einlagerung von Nüssen abzumühen: Mit einer Solaranlage wird im Sommer das Wasser in einem großen Tank erhitzt. Damit wird dann im Winter geheizt. In den späten 1980er Jahren gab es dazu erste Versuche mit riesigen Kollektorflächen und Wassertanks in Größenordnungen jenseits der 100.000 Liter. Das hat zwar funktioniert, die Kosten für das Heizsystem und der Platzbedarf waren allerdings zu hoch.

Teilsolare Raumheizung
Es galt also einen Weg zu finden, die Sonnenenergie so weit wie möglich zur Raumheizung zu nutzen und die Kosten dafür in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen zu halten. Der Schnittpunkt aus diesen beiden Faktoren ergab Speichergrößen von 3.000 bis 5.000 Liter und Kollektorflächen von 16 bis 24 m² für ein Einfamilienhaus. Mit diesem Modell der „teilsolaren Raumheizung“ (Kostenpunkt: rund 15.000 Euro) kann die Sonne bis zu 50% der jährlich benötigten Energie für Heizung und Warmwasser liefern, den Rest erledigt vorzugsweise ein Pellets- oder Stückgutkessel. Um’s Nüsse sammeln – sprich Brennstoff einlagern – kommt man also nicht ganz herum.

 

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Neue Technologien werden den (Solar)Energiemarkt gehörig umzukrempeln. Austria Solar/Sonnenkraft

Revolution am Solarmarkt?
Neue Technologien zur Speicherung und Nutzung von Sonnenwärme
Die Photovoltaik – die Umwandlung des Sonnenlichts in Strom - erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Besonders dort, wo die Investition oder der Stromverkauf kräftig subventioniert wird. Die thermische Solarenergie – also die Nutzung der Sonnenwärme - ist etwas in den Hintergrund gerückt. Völlig zu Unrecht, wenn man die Potentiale genauer betrachtet.

Ein Wärmekollektor ist günstiger, technologisch einfach gestrickt und liefert bezogen auf die Einstrahlungsfläche rund vier Mal so viel Energie wie eine PV-Anlage. Der Großteil davon kann jedoch mangels entsprechender Technologien nicht genutzt werden. Neueste Entwicklungen – von der Speicherung bis hin zur Stromgewinnung lassen aufhorchen.

Neue Speichertechnologie
„Wasser wird als Medium zur Wärmespeicherung bald starke Konkurrenz bekommen“, ist Herbert Huemer, Geschäftsführer der Firma Xolar überzeugt. Er forscht an Latentspeichern, die in rund zwei bis drei Jahren zur Marktreife gelangen. „Das Prinzip ist von den Handwärmern bekannt, die Wärme abgeben, wenn man sie knickt. Ausgangmaterial sind Salze, in denen die Wärme gespeichert wird. Erst wenn es ‚gezündet’ wird, kristallisiert das Material aus und gibt die Wärme wieder ab.“

Autor: Christian Brandstätter
Lesen Sie mehr in der LEBENSART Sept/Okt 2010

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