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HCB - Fragen und Antworten

8000-fach erhöhte HCB-Emissionen im Kärntner Görtschitztal beunruhigen die Bevölkerung. Was ist HCB (Hexachlorbenzol) und wie bedenklich sind die Auswirkungen

Greenpeace hat für Sie die häufigsten Fragen und Antworten rund um HCB im Görtschitztal zusammengefasst.

Die HCB-Emissionen bei der Blaukalk-Verwertung im Kärntner Zementwerk Wietersdorfer & Peggauer waren 8000-fach höher als im Normalbetrieb der einzigen ausschließlichen Sondermüllverbrennungsanlage Österreichs in Wien-Simmering.

Freiwillige Messungen in Wien

Der Betreiber der Simmeringer Anlage, die Wien Energie, misst freiwillig HCB-Emissionen, obwohl auch in Wien kein HCB-Grenzwert festgeschrieben worden ist.

Konkret wurden in Wien HCB-Emissionswerte zwischen 0,8 und 1,4 Nanogramm pro Normkubikmeter gemessen. Die bisher einzige bekannte HCB-Messung aus Klein St. Paul hat einen Wert von 8 Mikrogramm pro Normkubikmeter ergeben, also das 8.000-fache. „Dabei ist zu befürchten, dass es sich bei den 8 Mikrogramm nicht um die maximale Konzentration in den letzten zwei Jahren handelt“, erläutert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster: „Allein dieser Vergleich bestätigt unsere Meinung, dass es von Anfang an falsch war, derart Gift-hältigen Abfall in einer Zementanlage zu verbrennen.“

Untersuchung von Kärntner Milchproben

Am 17. Dezember 2014 hat das Umweltbundesamt sieben Proben untersucht und konnte in keiner Quecksilber und Hexachlorbutadien (HCBD) nachweisen. Ebenso hat ein zusätzliches, vom Labor Biutec durchgeführtes, Screening auf 15 weitere Chlorkohlenwasserstoffe bei jener Milchprobe, bei der Greenpeace bereits vor mehr als einer Woche die HCB-Grenzwertüberschreitung veröffentlicht hatte, nur negative Ergebnisse gezeigt. Bei diesem Screening wurden fast alle bekannten Giftstoffe in der Kalkschlammdeponie erfasst.

Greenpeace hat sieben Milchprodukte, darunter Sonnenalm-Produkte und Rohmilch auf HCB, andere Chlorkohlenwasserstoffverbindungen, Quecksilber, Dioxine und Furane, sowie auf PCBs untersuchen lassen. „Zum Glück hat sich herausgestellt, dass - im Gegensatz zu HCB - alle anderen Chlorkohlenwasserstoffe aus der Deponie nicht stabil genug sind, den langen Weg von der Deponie übers Zementwerk bis in die Milch zu überstehen“, interpretiert Schuster die Ergebnisse.

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