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Gute Bio-Qualität - sicher ist sicher

Mittagspause - der Supermarkt um die Ecke bietet mittlerweile eine breite Auswahl an Bio-Lebensmitteln. Die Verkäuferin packt den Kornspitz ins Papiersäckchen. Im Kühlregal lockt ein Erdbeerjoghurt aus biologischer Landwirtschaft - ist auch wirklich Bio drin, wenn Bio draufsteht?

Unangemeldet schneit der Bio-Kontrolleur vor der Ernte - dem sogenannten kritischen Kontrollpunkt - ins Haus. Bestens geschult und mit seiner Erfahrung gestählt, weiß er genau wo er hinschauen muss, um Schwachstellen zu entlarven. Auf den Biofeldern erkennt er an Unkräutern wie Disteln, dass hier keine Pestizide benutzt wurden. Wenn gar kein Unkraut wächst oder das Unkraut dürr aussieht, so ist ein Verdachtsmoment gegeben. Er begutachtet den Boden nach verräterischen weißen Kügelchen, die den Einsatz verbotener Düngemittel offenbaren. Manchmal entnimmt er auch Blatt- oder Bodenproben.

Im Tierhaltungsbereich sieht er sofort, ob der vorhandene Auslauf auch benutzt wurde und begutachtet Futtermittel und Stallbuch. Der zweite Teil der Kontrolle befasst sich mit den schriftlichen Aufzeichnungen, denn alles was an Futtermitteln, Saatgut oder Tieren zugekauft wird und jede Handlung auf Feld und Hof notiert der Bio-Landwirt exakt. Dies überprüft der Kontrolleur an Hand der vorhandenen Belege.

Schon wenn man vergisst eine Rechnung aufzubewahren, kann das Konsequenzen haben. Franz Scheriau, Qualitätsmanager bei Bio Austria: "Im Falle von Abweichungen, etwa wenn ein verbotenes Düngemittel zum Einsatz kommt, gibt es einen Sanktionskatalog, die Strafen reichen von der einfachen Abmahnung bis zum Ausschluss aus der Biovermarktung, der allerdings selten vorkommt. Bei einem Vergehen kommt es zu einer nochmaligen Prüfung die kostenpflichtig ist. Das tut dem Landwirt schon mal weh." Hans Matzenberger, Geschäftsführer der Kontrollfirma Austria Bio Garantie spricht hier von drakonischen Strafen und im Falle gröberer Vergehen wird dies an die Lebensmittelbehörde gemeldet und ein Betrieb gesperrt. Als Beispiel: ein Bio-Züchter verabreicht absolut illegal seinen Zuchtsauen Hormone, dies wird durch einen Kontrolleur ans Licht gebracht und hat zur Folge, dass die Vermarktung der Tiere gesperrt und die Behörde benachrichtigt wird.

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