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Gift im Mineralwasser

GLOBAL 2000 und das Umweltbundesamt haben 21 Mineralwasser-Proben auf Pestizide und deren Abbauprodukte, künstliche Süßstoffe und Korrosionsschutzmittel untersucht. Das Ergebnis: vier Mineralwässer enthielten Spuren dieser Chemikalien.

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Istockphoto/Neustockimages

In den vier Produkten waren die Pestizid-Abbauprodukte Metazachlor-ESA bzw. N,N-Dimethylsulfamid nachweisbar, in einem weiteren Produkt Spuren des künstlichen Süßstoffs Acesulfam-K, in einem anderen Mineralwasser das Korrosionsschutzmittel Benzotriazol.

Pestizidbelastung: Quellen im Burgenland und Tirol betroffen

Das Pestizid Metazachlor ist in Österreich u.a. im Rapsanbau zugelassen. Während in der “clever Urquelle“ nur Spuren unter 0,05 Mikrogramm pro Liter des Metaboliten Metazachlor-ESA nachweisbar waren, lag der in “Waldquelle“ nachgewiesene Wert bei 0,12 Mikrogramm pro Liter und somit über dem gesetzlichen Trinkwassergrenzwert. Da die analytische Schwankungsbreite, die Messunsicherheit, bei +/- 25% liegt, gilt der Trinkwasser-Grenzwert jedoch nicht als überschritten. Beide Mineralwässer stammen aus der gleichen, in 200 Meter Tiefe gelegenen Mineralquelle bei Kobersdorf im Burgenland.

Spuren von Pestiziden wurden auch in “Alpquell Tirol“ und “s-Budget Astoria“ nachgewiesen. Konkret handelt es sich hier um den Pestizid-Metaboliten “N,N-Dimethylsulfamid“, ein Abbauprodukt des seit einigen Jahren in Österreich verbotenen Tolylfluanid. Beide Mineralwässer kommen aus der selben Quelle bei Brixlegg in Tirol.

„Dass Pestizide das Grundwasser gefährden können, ist bekannt. Dass aber Pestizide bis in die steinigen Tiefen der österreichischen Mineralwasserquellen vordringen, hätten wir nicht erwartet“, sagt DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000. „Wir sehen uns heute mit den Folgen einer Landwirtschaftspolitik konfrontiert, die es verabsäumt hat, die stetig wachsende Abhängigkeit der Anbaumethoden von chemischen Hilfsmitteln einzudämmen.“

Zuckerersatzstoff bzw. Korrosionsschutzmittel in Preblauer und Montes gefunden

Aber nicht nur landwirtschaftliche Emissionen erreichen unser Grundwasser, sondern auch Stoffe, die von Kläranlagen nicht oder noch nicht ausreichend herausgefiltert werden. So waren in “Preblauer Classic“ Spuren des künstlichen Süßstoffs Acesulfam K, und in “Montes still“ geringe Mengen des Korrosionsschutzmittels 1H-Benzotriazol nachweisbar.

'Ursprüngliche Reinheit' bedroht, nicht aber die Gesundheit

Die Mineralwasserverordnung verlangt, dass Mineralwässer von 'ursprünglicher Reinheit' sind. Die Untersuchungsergebnisse zeigen aber, dass diese ursprüngliche Reinheit durch Einträge aus der Landwirtschaft und aus kommunalen Abwässern bedroht ist. „Diese Substanzen haben im Grundwasser nichts und im Mineralwasser schon gar nichts verloren“, stellt Dr. Gundi Lorbeer, Leiterin des Bereichs Stoffe und Analysen im Umweltbundesamt fest. „Aufgrund der geringen Konzentrationen, die wir im Umweltbundesamt-Labor gemessen haben, kann für Konsumenten aber Entwarnung gegeben werden: es besteht keinerlei Gesundheitsgefahr beim Genuss der Mineralwässer!“


Weiterführende Informationen und alle Untersuchungsergebnisse und Prüfberichte: www.global2000.at

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