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Gesunde Böden für gesunde Lebensmittel

Der österreichische Lebensmittelhändler SPAR und der WWF kooperieren für den Aufbau gesunder Humusböden.

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SPAR/Johannes Brunnbauer

Schon bisher bauen insgesamt 69 Landwirte auf rund 800 Hektar Gemüse in bodenschonender Landwirtschaft an und liefern es an SPAR. Im Laufe der Zusammenarbeit mit dem WWF soll in den nächsten Jahren der Aufbau gesunder, humusreicher Böden gemeinsam mit landwirtschaftlichen Vorzeigebetrieben ausgeweitet und die Kunden bestmöglich über den Wert und die Bedrohung von Böden informiert werden.
In Zukunft werden vier SPAR-Gemüsesorten aus Humusanbau - Chinakohl, Cherrytomaten, Zwiebeln und Karotten - das WWF-Partnerlogo tragen.
 
Wie funktioniert Humusaufbau?
Für das Ökosystem Boden hat der Humusgehalt eine essentielle Bedeutung. Er wird vorrangig durch die Art der Bewirtschaftung beeinflusst. Während die Böden in den vergangenen Jahrzehnten durch intensive Landwirtschaft, Monokulturen und Industrie-Dünger ausgezehrt wurden, setzen die SPAR-Partnerbetriebe verstärkt auf Humusprojekte, die die Bodenfruchtbarkeit verbessern.
 
Gemüsebauer Alois Liebmann aus Straden in der Steiermark erklärt: "Wir haben unsere Landwirtschaft vor vier Jahren umgestellt und fördern seit-her den Humusaufbau. Wir pflügen nur noch minimal und düngen mit Kompost und Stallmist. Damit bleiben die Bodenschichten erhalten und der fruchtbare Humus obenauf. Den Boden decken wir zur Unkrautbekämpfung mit Stroh ab und können so auf Herbizide verzichten. Im Herbst wird dieses Stroh seicht in den Boden eingebracht und auch damit wieder Humus aufgebaut."
 
Die Bestäubung der Pflanzen übernehmen eigens angesiedelte Hummeln und für die Schädlingsbekämpfung werden Nützlinge eingesetzt. "Außerdem arbeiten wir wieder mit der traditionell üblichen Fruchtfolge und einer Begrünung im Winter anstatt mit Monokulturen", so der Landwirt weiter. "Das Ergebnis ist vitaminreiches und g’schmackiges Gemüse aus Humusanbau, das zusätzlich das Klima schützt."
 

CO2-Speicher Humus: Wichtiger Baustein für den Klimaschutz
In Böden ist derzeit doppelt so viel Kohlenstoff in Form von Humus gespeichert wie in der Atmosphäre vorkommt. Durch schonende Bewirtschaftung und zusätzlichen Humusaufbau werden die Ackerflächen fruchtbarer, gesünder und ertragreicher - und sie lassen das CO2 nicht entweichen, sondern halten es im Boden fest. "Humusreiche Böden sind echte Treibhausgas-Schlucker", stellt Julia Haslinger, Klimaschutzreferentin beim WWF, fest. Auf derzeit 800 Hektar Humus-Anbaufläche von SPAR könnten demnach im Jahr 2015 bis zu 40.000 Tonnen CO2 gebunden werden. Landwirtschaftliche Humusaufbau-Flächen und auch die darauf wachsenden Produkte entlasten somit das Klima.
 
Informationskampagne: Gesunde Böden nicht selbstverständlich
Der Wert gesunder Böden als essentielles Element für eine naturnahe Landwirtschaft, für den menschlichen Lebensraum und als Quelle gesunder Lebensmittel ist in Österreich vielfach nicht bewusst. "Wir befinden uns hier in einem Land der Seligen, da unsere Landwirte noch genügend fruchtbare Böden zur Verfügung haben. Doch mit fortschreitender Überbeanspruchung der Böden könnte sich das langfristig ändern", befürchtet SPAR-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel.
 
Ziel:
Ausweitung auf weitere Flächen und Gemüsearten Innerhalb der nächsten beiden Jahre möchte SPAR die Humus-Anbauflächen ausweiten und weitere Landwirte in Österreich für das Projekt gewinnen. "Wir möchten noch mehr gesunde und humusreiche Böden und bieten den Landwirten dafür einen garantierten Absatz des Gemüses, das auf diesen Flächen wächst", kündigt Drexel an. Auch die Anzahl der Gemüseartikel soll von derzeit vier auf bis zu zehn Salatsorten und Feldfrüchte steigen. Drexel: "Den Umstieg der Landwirte auf Humus-Produktion belohnen wir mit einer Absatzgarantie sowie mit 30 Euro pro gespeicherte Tonne CO2 im Boden. Im Schnitt erhalten die SPAR-Landwirte so rund 5.000 Euro pro Jahr zusätzlich. Der Umstieg auf humusaufbauende Landwirtschaft zahlt sich für Bauern also auch finanziell aus.“
 
Weitere Infos : www.spar.at/zeichensetzen bzw. www.wwf.at/boden

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