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Freiwillige vor!

„Warum wegschauen, obwohl es in unseren Händen liegt; wieso weghören, obwohl es so viel zu verändern gibt“ Der Titel dieses Songs „Die größten Geschichten werden nie erzählt..." ist ein Dankeschön an die Freiwilligen, initiiert vom Roten Kreuz.

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OWRK ÖRK/Anna Stöcher

Werden Österreich die Freiwilligen ausgehen? Wer wird dann Brände löschen oder Katastrophenschutz leisten, wer die medizinische Notfallversorgung am Land aufrecht erhalten oder bei Sportveranstaltungen nach dem Rechten sehen? Viele Aktivitäten in Österreich werden erst durch unbezahlte Helferinnen und Helfer ermöglicht. Die öffentliche Hand erspart sich pro Jahr geschätzte 6,5 Mrd. Euro, die das Ausmaß der Freiwilligenarbeit wert ist. Zumindest diese Fakten sprechen sich langsam herum. So wurde 2011 zum europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit ausgerufen.

Mit der Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht muss man sich auf eine weitere Herausforderung einstellen, wenn auch der Zivildienst wegfällt, und damit ein Gros an Helfern. Immerhin leisteten im Jahr 2009 über 13.000 Männer Zivildienst. Ob es wirklich zu einem freiwilligen sozialen Jahr kommt, ist aus heutiger Sicht noch fraglich. Zeit also, sich anzusehen, was Menschen zu einem Ehrenamt motiviert – und was ihnen selbst wichtig ist.

Bitte vortreten: Wer sind die Freiwilligen?
Laut Freiwilligenbericht 2009 sind fast 45 Prozent der ÖsterreicherInnen in Organisationen und Vereinen oder in der Nachbarschaftshilfe freiwillig und unentgeltlich tätig. Eine Freiwilligenstudie aus dem Jahr 2010 zeigt für Niederösterreich, dass für die Freiwilligen neben guter Betreuung auch die erfolgreiche Integration in eine Organisation wichtig ist. Aus- und Weiterbildung gelten als weitere Anreize, ebenso Rechtssicherheit im Sinne einer Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Über 50.000 Österreicherinnen und Österreicher arbeiten ehrenamtlich bei einer der größten Hilfsorganisationen, dem Roten Kreuz, mit, erzählt Andrea Winter. Dort wurden 2009 insgesamt 10,5 Millionen Stunden freiwillig geleistet. Bewertet mit 20 Euro pro Stunde, ergäbe das eine Summe von über 211 Millionen Euro. Ohne Freiwillige könnte das Rote Kreuz niemals in dieser Qualität und Quantität Leistungen erbringen. Fast 35.000 Freiwillige sind im Rettungsdienst im Einsatz, an die 6000 in Pflege und Betreuung.

Wussten Sie das?

  • Österreich zählt im europäischen Vergleich mit 43,8 Prozent ehrenamtlich tätigen zu den Spitzenreitern. Der EU-Durchschnitt liegt bei rund 23 Prozent
  • Die Leistungen der Freiwilligen in den 100.000 Vereinen entsprechen einem Volumen von rund 425.000 Vollzeiterwerbstätigen
  • 47,1 Prozent der Freiwilligen in Österreich sind Männer, 40,7 Prozent Frauen.

Lesen Sie mehr in der LEBENSART Juli 2011

Autorin: Anni Bürkl
 

Linktipps:
BMSK: www.freiwilligenweb.at
Soziale Landkarte Niederösterreich: www.sozialprojekte.noe-lak.at
Wien: www.ehrenamtsboerse.at
Oberösterreich: www.boerse-ehrenamt.at
freiwilliges Engagement bei Umweltorganisationen: www.umweltzeit.at

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