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Flucht vor der Umwelt

Jedes Jahr verlassen Millionen von Menschen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg, Unterdrückung und Gewalt und immer häufiger vor Naturkatastrophen.
husnikflucht
Laut Schätzungen der Vereinten Nationen leben im Jahr 2025 80 Prozent aller Menschen in sogenannten Entwicklungsländern. Davon sind wiederum mehr als die Hälfte ständig von Überschwemmungen und schweren Stürmen bedroht. Husnik

Heute versuchen bereits mehr Menschen vor Umweltzerstörungen zu entkommen als vor Kriegen. Im Jahr 2010 sollen es nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit mehr als 50 Millionen Umweltflüchtlinge sein.

Janos Bogardi, Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit an der UN-Universität, nennt verschiedene Gründe für die dramatische Entwicklung. ?Besonders in ärmeren ländlichen Gebieten zwingen die Austrocknung und zunehmende Unfruchtbarkeit der Böden durch falsche Landwirtschaft in Verbindung mit klimatischen Veränderungen und steigenden Bevölkerungszahlen die Menschen zur Flucht. Aber auch Erdbeben, großflächige Rodungen und Überschwemmungen ausgelöst durch Wirbelstürme vertreiben immer mehr Menschen aus ihren Regionen.? Der Weltkatastrophenbericht des Internationalen Roten Kreuzes prognostizierte 1999 ein ?Jahrzehnt schwerster Katastrophen verursacht durch eine explosive Kombination aus Klimawandel und sozialen und ökonomischen Bedingungen.? Eine Einschätzung, die sich im Rückblick leider als allzu richtig herausgestellt hat.

begsteigerflucht
Oft ist Umweltzerstörung ein wichtiges Abwanderungsmotiv neben vielen anderen. Selten ist es jedoch nur das Einzige Begsteiger

Niemand flieht vor der Umwelt allein

Neben Hunger, Armut, Krieg und Menschenrechtsverletzungen ist die Zerstörung der Umwelt zur Ursache von Flucht und Abwanderung geworden. Umweltflüchtlinge sind schwer zu erfassen. Niemand flieht vor der Umwelt allein, niemand ist nur Umweltflüchtling. Wer abwandert, weil sein Acker kein Bewirtschaften mehr erlaubt, verlässt seine Heimat, weil Alternativen zum Lebensunterhalt fehlen - also aus Armut. Wer flieht, weil wie etwa in Ruanda aus ökologischen Problemen gesellschaftliche Krisenzonen geworden sind, flieht letztlich vor Gewalt und Mord.

Lesen Sie mehr in der Lebensart Juli 2006

 

Grenzenlos
Grenzenlos kochen

Grenzenlos kochen

Im niederösterreichischen St.Andrä-Wördern spielt es keine Rolle, woher der Nachbar stammt - ob aus dem nicht so weit entfernten Italien oder aus dem fernen Afrika oder Kanada, ob aus Armenien oder aus Tirol. Viel eher macht es neugierig auf andere Länder und andere Sitten und vor allem auf andere Kochtöpfe. "Gemeinsam kochen, essen und trinken - das liegt so tief im Menschen wie Feuer machen oder säen und ernten. Es bedeutet Freundschaft, Gastfreundschaft und Frieden", erzählt Nadja Meister über die Beweggründe, die zur Gründung des Vereines "Grenzenlos kochen" geführt haben.

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