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Fifty shades of green

Editorial von Annemarie Herzog

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Herfert

„Fifty Shades of Grey” war gestern. Der Film, der die geheimsten Sinnesfreuden in all ihren Schattierungen zeigen will, konnte vielleicht an nebelgrauen Wintertagen einen Hauch von Glanz in die Augen der Zuseher zaubern.

Grün in allen Schattierungen ist heute. Da braucht es keinen Film dazu. Eine Entdeckungsreise in den eigenen Garten belebt die Sinne mehr als alle Bilder der Welt. Um wieviel farbenfroher und vor allem lebendiger geht es da zu! Nicht nur in der Insektenwelt, die in jedem Busch summt, an jeder Blume nascht und sich in phantasievollen Ritualen dem Schaffen neuen Lebens widmet.

Mit den Händen eine Vertiefung in die warme Erde buddeln, zartgrüne Jungpflanzen zärtlich hineinsetzen und sich täglich darüber freuen, dass aus dem empfindlich dünnen Spross eine kräftige Pflanze heranwächst. In Gedanken schon mal die saftigen Paradeiser ernten und mit frischem Schafkäse, ein paar Blättern Basilikum und einigen Tropfen Olivenöl auf dem Teller anrichten. Läuft Ihnen auch das Wasser im Mund zusammen? Da kommt Mr. Grey nicht heran.

Hier wächst eine alte Salatsorte, dunkelgrünblättrig, daneben blühen Kräuter in hellem Lila, üppig und gesund. Das möchte man teilen, darüber möchte man sich austauschen.

Was das alles mit sinnlichen Freuden zu tun hat? Wir haben mit GärtnerInnen geredet, die einen Gemeinschaftsgarten angelegt haben. Der Wunsch, selbst etwas wachsen zu sehen, die Hände wieder in der Erde zu spüren, war bei allen die Motivation, ihre Ideen umzusetzen und ein Stück Boden zu bearbeiten. Wie sie das geschafft haben und was immer mehr Menschen dazu treibt, die „Fifty Shades of Green“ vor ihrer Haustüre zu suchen, lesen Sie in unserer Coverstory ab Seite 8.

Herzlichst

Ihre
Annemarie Herzog, Chefredakteurin LEBENSART

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