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Editorial von Annemarie Herzog

Neulich beim Spaziergang durch eine Neubausiedlung: Der noch junge Rasen lässt Raum für Disteln, Melden und Winden. Eine Gärtnerin rückt mit einer Sprühflasche aus – „Roundup“ steht darauf – und zielt mit der giftigen Brühe auf die unerwünschten Kräuter. Aus. Tot. Vorbei. Zurück bleibt Einheitsrasen, übersät mit braunen Flecken, den Schlachtfeldern des Unkrautkrieges.

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Herfert

In den Gärten fallen solche Gifteinsätze sofort ins Auge. Weniger sichtbar sind sie auf Soja-, Mais- und Rübenfeldern. Wer durchschaut schon, was, wann und wo gespritzt wird? Nur über die Menge scheinen alle Bescheid zu wissen, nämlich: Es ist zu viel. Jetzt will die Regierung Glyphosat verbieten. Wie problematisch ist das Herbizid wirklich? Was bringt ein Verbot und wie sehen die Alternativen aus? Wir haben die Fakten gecheckt (Seite 10).

Glyphosat ist allerdings nur ein kleines Rädchen im System der globalisierten Landwirtschaft. Hoher Bodenverbrauch, ausgelagerte Futterflächen – schließlich kommt das Soja für unsere Tiere aus Südamerika, wo die gentechnisch veränderten Pflanzen mit Glyphosat gespritzt werden – und eine respektlose Tierhaltung, da gäbe es viel Raum für neue Regeln!

Was jeder Einzelne von uns zur Verbesserung beitragen kann? Das ist ganz einfach: Weniger Fleisch essen, nichts verschwenden, beste Qualität kaufen und einen angemessenen Preis dafür bezahlen. Denn Bauern, die verantwortungsvoll wirtschaften und ihre Tiere artgemäß halten, verdienen auch eine faire Entlohnung für ihre Mehrarbeit. Wie Sie Fleisch ohne moralische Bauchschmerzen genießen oder es durch proteinreiche Pflanzen ersetzen können, lesen Sie im Schwerpunkt dieser Ausgabe.

Einen tierisch guten Herbst wünscht Ihnen herzlichst
Annemarie Herzog, Chefredakteurin LEBENSART

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