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Aktionsplan für sichere Almen

In den letzten Wochen hat das erstinstanzliche Urteil gegen einen Tiroler Landwirt für Aufsehen gesorgt. Nun soll ein „Aktionsplan für sichere Almen“ Rechtssicherheit schaffen.

Zwei Kühe liegen auf der grünen Wiese
Gerhard Gellinger/Pixabay

8.000 bewirtschaftete Almen gibt es in Österreich. Sie sind unverzichtbar für die Landwirtschaft aber auch für den Tourismus. Ohne Almwirtschaft wären Almen für den Tourismus nicht nutzbar.

"Um in Zukunft solch traurige Ereignisse vermeiden zu können, brauchen wir Lösungen, die für die Landwirtschaft umsetzbar sind und zugleich die Eigenverantwortung der Gäste stärken", sagt Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Sie kündigt Maßnahmen an, die zu einem guten Miteinander beitragen sollen: "Neben einem Verhaltenskodex für Wanderer und Touristen und einem Ratgeber für die Alm- und Weidewirtschaft werden wir das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) ändern. Damit haben wir einen einheitlichen Rahmen für das Verhalten auf Almen und Weiden, auf den sich Personen, Behörden und Gerichte direkt beziehen können. Das stärkt die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher auf den Almen und bringt mehr Rechtssicherheit für alle."

Verhaltenskodex für Wanderer und Touristen wird entwickelt

Das BMNT wird mit den Interessensvertretungen einen Verhaltenskodex für Wanderer und Touristen entwickeln, in dem das richtige Verhalten auf Almen und Weiden erklärt wird. Es sollen Fragen, wie etwa „wie verhält man sich in der Nähe von Weidevieh“, „wieviel Meter Abstand sollte man halten“ und „wie werden Hunde auf Almen und Weiden richtig mitgeführt“, erläutert werden. Einen ähnlichen Kodex gibt es mit den „10 FIS Regeln“ für das Verhalten im alpinen Gelände.  Der freie Zugang zu Almen, der Durchgang durch Weiden und die Querung bewirtschafteter Almflächen auf den entsprechenden Wegen sei ein wichtiger Punkt. Almen oder Weideflächen dürften nicht vollständig eingezäunt oder gesperrt werden.

Ratgeber für die Alm- und Weidewirtschaft und einheitliche Versicherungslösungen

Die Verunsicherung bei den Bäuerinnen und Bauern war in den letzten Wochen sehr groß. Bisher hat das ABGB praktisch die gesamte Verantwortung dem Tierhalter übertragen und damit auch die Haftungsfragen. Für die Alm- und Weidebauern soll nun ein Ratgeber erklären, wo die Verantwortung der Landwirte liegt, welche Maßnahmen sie setzen müssen und wo die Verantwortung der Gäste beginnt.

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen soll der Aktionsplan für sichere Almen auch die Vereinheitlichung von Versicherungslösungen als Ziel haben. Derzeit gibt es sehr unterschiedliche Regelungen. Gemeinsam mit den Bundesländern wird die Landwirtschaftskammer eine Evaluierung der Modelle und eine einheitliche Vorgehensweise erarbeiten, damit der beste Versicherungsschutz für die Landwirtschaft gewährleistet ist.

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