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Erfolg der Natur: Uferrückbau Hainburg

Im Winter 2005 rollten die Bagger am Ufer gegenüber Hainburg: Der Fluss wurde aus seinem Regulierungs-Korsett befreit, das Ufer konnte sich wieder natürlich entwickeln. Was hat sich seither getan?

ProjektgebietKovacs
Projektgebiet bei Hainburg Franz Kovacs

Schon die ersten Donau-Hochwässer führten zu einer völligen Umgestaltung der Uferlandschaft! Statt monotonen Mauern aus Wasserbausteinen, wie sie über weite Strecken den Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava prägen, finden wir heute wieder ein natürliches Ufer vor. Lebensräume, die sonst schon selten geworden sind, dominieren hier das Landschaftsbild: frisch angerissene Steilufer, ausgedehnte Schotterbänke und Flachwasserzonen, Schwemmholz. Direkt gegenüber von Hainburg ist durch Seitenerosion ansatzweise ein neuer Donau-Seitenarm entstanden.

Der Fluss hat sich wieder den Platz zurückgenommen, der ihm durch die Regulierung abhanden gekommen war. In vielen Bereichen des Projektgebiets hat die Donau ihr Bett um bis zu 30 m verbreitert; dieser Raum steht nun nicht nur für seltene Tiere und Pflanzen zur Verfügung, sondern verbessert auch den Hochwasserabfluss.

Wurden die Zielsetzungen erreicht?

Ziel des Projektes war eine dynamische, natürliche Uferentwicklung. Dies ist in nur 2 Jahren seit der Fertigstellung eindrucksvoll gelungen! Die Förderung dynamischer Lebensräume und vieler charakteristischer, heute sehr seltener Arten wurde erreicht. Der Eisvogel ist alljährlich als Brutvogel in den Steilufern zu finden. Die Lebensraumsituation für Kiesbrüter - also Vogelarten, die ihre Gelege auf ausgedehnte Schotterflächen legen - hat sich deutlich verbessert. Die neu entstandene Schotterinsel direkt gegenüber Hainburg hat sich zu einem "Hotspot" für den Flussregenpfeifer entwickelt und beherbergt bis zu 6 Brutpaare dieses an Flüssen schon weitgehend verschwundenen Brutvogels.

Durch die Erfolge und Erfahrungen dieses Pilotprojektes konnte im Winter 2007/2008 bei Witzelsdorf ein weiterer Uferrückbau in Angriff genommen werden, dieser Standort wird heuer noch fertig gestellt. Auch am "Johlerhaufen" sind für die nächste Niederwasser-Periode Maßnahmen vorgesehen. Begleitende Forschung soll das Wissen über Dynamik und Prozesse an Wildflüssen erhöhen. Das internationale Interesse ist enorm, Experten aus Wasserbau und Naturschutz besuchen im Rahmen zahlreicher Fachexkursionen das Vorzeigeprojekt bei Hainburg.

Eine Erfolgsgeschichte der Natur also - der Donau wird stückweise ihre Uferlandschaft, welche einst ihr Aussehen prägte, zurückgegeben.

GelegeFrank
Gelege des Flussregenpfeifers Frank

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