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Brennstoff: Womit wollen Sie heizen?

Wir wollen es in unseren Häusern oder Wohnungen warm haben. Dazu brauchen wir ein Vehikel, das diese Wärme erzeugt. Aber welches? Tipps für die richtige Heizung.

Tipp 1: Bevor Sie über eine eigene Heizung nachdenken, schauen Sie zuerst, ob in vernünftiger Entfernung der Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist. Wenn ja, ist es sinnvoll, dort anzuschließen. Zunehmend werden Fernheizanlagen mit Hackschnitzel betrieben. Dort wird bei optimalem Wirkungsgrad heimisches Holz verbrannt. Die Energie für die Fernwärme kann aber auch aus der Müllverbrennung kommen oder es wird die Abwärme von Industrieanlagen genutzt. Für Niedrigstenergie- und Passivhäuser ist diese Variante wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Tipp 2: Öl- und Gasheizungen sollten ebenso wie Koks- und Kohleanlagen aus klimarelevanten Gründen als Auslaufmodelle gesehen werden. Die Preisentwicklung und die Abhängigkeit was die Verfügbarkeit der Brennstoffe betrifft werden das Aus für fossile Brennstoffe nur beschleunigen. In vielen Bundesländern gibt es Abstriche bei der Wohnbauförderung.

Tipp 3: Sechs Schritte zu Ihrer umweltfreundlichen Heizung:
1. Beste Gebäudesubstanz (gute Dämmung und Fenster, Luftdichtheit).
2. Nutzung der Sonnenenergie über Glasflächen von Südost bis Südwest und über Kollektoren.
3. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
4. Biomasseheizung (Holz, Pellets, Hackschnitzel) mit Pufferspeicher
5. Bei Passiv- und Niedrigstenergiehäusern: Kleinwärmepumpen in Kombination mit Ökostrom bzw. Strom vom eigenen Hausdach oder Kaminöfen direkt im Wohnraum.
6. Wärmeverteilung über Wand- bzw. Fußbodenheizung.
 

Holz - Brennstoff aus der Natur

Zentralheizsysteme, die mit erneuerbaren Energieträgern befeuert werden, sind aus ökologischer Sicht unbedingt vorzuziehen.

  • Die billigste und krisensicherste Heizung mit der geringsten Abhängigkeit ist die Stückgutheizung. Diese ist jedoch mit Arbeitsaufwand verbunden. Zumindest muss man Holz einlagern und beim Heizen händisch nachlegen.
  • Modernen Stückgutheizungen in Kombination mit einem Pufferspeicher und einer Solaranlage reduzieren diese Arbeit jedoch wesentlich. Ist die Anlage optimal dimensioniert, genügt es, einmal am Tag oder nur jeden zweiten Tag den Kessel mit Holz aufzufüllen. An sonnigen Wintertagen oder in der Übergangszeit übernimmt das Einheizen die Solaranlage automatisch. Damit verkürzt sich die Heizsaison um zwei Monate.
  • Eine ideale Kombination aus „Fitness“ und Komfort bietet ein Kombikessel, der sowohl mit Pellets, als auch mit Stückgut zu befeuern ist. Wenn Sie im Winterurlaub sind oder sonst keine Zeit finden, selbst Brennholz nachzulegen, stellen Sie einfach auf Automatik um und das System arbeitet selbständig mit den Pellets weiter.
  • Pelletskessel sind eine bequeme, vollautomatische und kostengünstige Alternative zu Öl und Gas. Pellets werden vor allem aus Sägeabfällen gepresst, um die Versorgung sicherzustellen wird mittlerweile auch Restholz aus Windwürfen und Durchforstungsarbeiten zerkleinert und verpresst. Sie werden mit Tankwägen angeliefert. Der Lagerraum entspricht in etwa der Größe eines Öltankraumes. Werden sie mit einem Sauggebläse in den Kessel geschickt, muss das Lager auch nicht unmittelbar neben dem Kessel liegen. Pellets können auch außerhalb des Hauses gelagert werden.
  • Hackschnitzelheizungen sind im landwirtschaftlichen Bereich eine kostengünstige Alternative. Die meisten Bauern haben den Brennstoff selbst zur Hand. Für Kleinstabnehmer haben sich die Hackschnitzel nicht wirklich bewährt. Man braucht einen sehr großen Lagerraum direkt neben dem Kessel, damit das Hackgut mechanisch mit einer Schnecke in den Kessel befördert werden kann. Probleme gibt es auch mit der Feuchtigkeit.
  • Zur Heizanlage gehört auch der Kamin. Dieser muss unbedingt auf die Verbrennungstechnik abgestimmt werden. Bei Zentralheizungen mit Brennwerttechnik, ist das Kaminrohr in Edelstahl oder Kunststoff auszuführen, weil die Abgastemperatur sehr niedrig ist und Kondensat im Kamin entsteht. Bei Kachelöfen oder Kaminöfen brauchen Sie ein System, das für höhere Abgastemperaturen geeignet ist. Passt der Kamin nicht zum Gerät, kann dieses auch nicht energiesparend betrieben werden.

Strahlungswärme

Neben der Art und Weise, wie die Wärme produziert wird, ist auch deren Abgabe in die Räume ein wesentlicher Faktor im Heizungssystem.

  • Die Konvektionswärme ist die klassische Variante. Heizkörper werden mit rund 50 bis 70 Grad warmem Wasser beschickt, beim Heizkörper steigt die warme Luft auf, die kalte Luft sinkt auf der anderen Seite wieder ab um frisch erwärmt wieder aufzusteigen. Es entsteht eine Umwälzung mit der natürlich auch Staub aufgewirbelt wird. Ein Nachteil sind auch die hohen Temperaturen.
  • Von Strahlungswärme ist die Rede, wenn die Wärme direkt auf den Körper abstrahlt. Klassisches Beispiel dafür ist der Kachelofen, aber auch Wandheizungen erzielen diesen Effekt, der besonders angenehm erlebt wird.
  • Kachelöfen können sowohl für die Beheizung eines Wohnraumes als auch für die komplette Hausheizung genutzt werden. Sie können mit Stückholz oder mit Pellets befeuert werden, auch die automatische Beschickung mit Pellets, eine Einbindung der Solarenergie und eine Kombination mit einem Pufferspeicher sind möglich.
  • Ein großer Vorteil dieses Systems liegt darin, dass Platz eingespart wird und dass es keine Wärmeverluste in einem abgesonderten Heizraum gibt. Die gesamte erzeugte Wärme steht direkt den Wohnräumen zur Verfügung. Besonders gut eignen sich diese Systeme für moderne Bauten mit großen offenen Wohnflächen. 40 % der Wärme werden in den Raum abgegeben, wo der Ofen steht. Die restlichen 60 % werden in die anderen Räume geleitet.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, über einen zentralen Kachelofen Luft zu erwärmen und diese Wärme im Haus zu verteilen. Dabei gilt es zu bedenken, dass Luft ein sehr träges Medium ist. Es ist schwierig, die warme Luft in entlegene Räume zu transportieren und die Temperatur zu regeln.
  • Eine Wandheizung funktioniert ebenfalls nach dem Prinzip der Strahlungswärme. Heizrohre oder –matten werden in die Wand verlegt, die ganze Fläche wird warm und strahlt diese Wärme in den Raum. Neben der großflächige Bestrahlung des Körpers hat das System auch den Vorteil, dass es mit niedrigen Temperaturen von 30 bis 40 Grad läuft und damit sehr gut mit einer Solaranlage beschickt werden kann.
  • Die Fußbodenheizung funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Sie ist vor allem für Bäder, Dielen, WCs – sprich in Räumen mit keramischen Böden – interessant. In Wohnräumen sollte man keine Fußbodenheizung installieren. Zum einen funktioniert das System am Besten in Kombination mit keramischen Böden. Diese fühlen sich bald einmal unangenehm kalt an und man beginnt im Herbst schon sehr früh zu heizen. Zum anderen gibt es immer wieder gesundheitliche Probleme wie anschwellende Beine, wenn die Fußbodenheizung zu warm eingestellt ist.
  • Fußbodenheizungen in Kombination mit Holzböden stehen ganz oben auf der Wunschliste vieler Bauherren. Dafür eignen sich aber nur spezielle, mehrschichtig verleimte Parkettböden, die direkt auf dem Estrich verklebt werden. Schwimmend verlegte Böden mit Trittschalldämmmatten dazwischen haben einen sehr schlechten Wärmeübergang und erfordern daher wesentlich höhere Vorlauftemperaturen.

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