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Ernährungsratgeber

Zum Welternährungstag am 16. Oktober: WWF Österreich veröffentlicht neuen Ernährungsratgeber.

Auf einem Smartphone ist der WWF-Foodguide zu sehen.
Foto: WWF

Grundlage des Ratgebers ist eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).
In Form eines einfachen Ampelsystems bewertet der Ratgeber Käse, Fleisch, Fisch und pflanzliche Alternativen in sechs Kategorien: Klima, Artenvielfalt, Überdüngung, Pestizide, Antibiotika und Tierwohl. Neben bekannten Informationen wie den negativen Umweltfolgen des überhöhten Fleischkonsums zeigen sich auch interessante Details und wichtige Erklärungen - so unter anderem bei unterschiedlichen Käsesorten aus verschiedener Produktion und Herkunft:

Bio-Bergkäse aus Österreich schneidet beispielsweise bei Artenvielfalt, Tierwohl, Einsatz von Pestiziden und Antibiotika gut und bei Klimawirkung und Überdüngung mittelmäßig ab und kann daher in Maßen empfohlen werden. Gründe dafür seien der verpflichtende Weidegang, der sowohl zum Tierwohl als auch zur Artenvielfalt beiträgt, die ausreichende Versorgung mit Raufutter, die biologischen Futtermittel, die nicht mit Pestiziden behandelt und nicht gentechnisch verändert seien und der streng regulierte Einsatz von Antibiotika.

Konventioneller Bergkäse aus Deutschland erhält hingegen bei Klima, Überdüngung und Antibiotoka-Einsatz ein gelbes Ampelsignal; bei der Artenvielfalt, dem Pestizideinsatz und beim Tierwohl steht die Ampel sogar auf rot. Als Gründe dafür wird der Einsatz von gentechnisch verändertem Soja aus Übersee, der Pestizideinsatz bei der Futtermittelproduktion, eine fehlende Weideverpflichtung, die Enthornung ohne Betäubung und die fehlenden gesetzlichen Regelungen für Antibiotikaeinsatz genannt.

Generell empfiehlt der WFF, tierische Produkte nur in Maßen zu konsumieren und wenn, dann auf regionale Bio-Qualität zu setzen. Beim Konsum von Käse liegt Österreich derzeit am oberen Rand der empfohlenen Menge. Der Fleischkonsum ist sogar drei Mal so hoch wie von Fachleuten empfohlen. “Mit Bioprodukten aus Österreich treffen wir auf jeden Fall eine bessere Entscheidung für unsere Umwelt. Deshalb muss die Politik eine gesunde und klimaschonende Ernährung deutlich besser fördern”, sagt Teresa Weiss, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Dazu gehöre eine stärkere Bewusstseinsbildung in der Schule und eine durchgängige Kennzeichnung nach Herkunft und Tierwohl. “Die wahren Kosten von tierischen Produkten müssen endlich transparenter werden", fordert Weiss. Konkret fordert die Umweltorganisation auch die sofortige Streichung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. „Das würde nicht nur die Teuerung dämpfen, sondern wäre auch ein gezielter Anreiz für eine gesunde und klimafreundliche Ernährung”, sagt Weiss. Zudem sollte das Gesundheitsministerium die Ernährungspyramide reformieren und die Umweltfolgen der Empfehlungen stärker berücksichtigen.

Auch im Sinne der Ernährungssicherheit für eine wachsende Weltbevölkerung fordert der WWF die Politik zum Handeln auf. Denn die konventionelle Fleisch- und Milchindustrie benötigt immense Ressourcen: “An konventionell gehaltene Kühe werden große Mengen an Kraftfutter wie Getreide verfüttert, deren Anbau direkt mit den für den Menschen verzehrbaren Lebensmitteln in Konkurrenz steht. Allein in Österreich sind bis zu 50 Prozent der Ackerfläche für Kraft- und Feldfutter nötig. Steigt man auf Bioprodukte um, reduziert das auch die Nahrungskonkurrenz zum Menschen”, erklärt Teresa Weiss. 

Der WWF Food Guide bietet eine umfassende und einfache Möglichkeit, sich bewusst für eine klimaschonende Ernährung zu entscheiden. Die Analyse wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und im Rahmen des EU-kofinanzierten WWF-Projektes „Eat4Change“ durchgeführt.

Der WWF Food Guide ist verfügbar unter: www.wwf.at/wwf-foodguide